Es war wohl einer der ungewöhnlichsten Polit-Aufregen des Jahres 2019 in Niederösterreich. In Retz hatte die damalige SPÖ-Stadträtin Elisabeth Germann dem Bürgermeister Helmut Koch (ÖVP) Sexismus vorgeworfen. Dieser habe auf die Frage, wie er seinen Kaffee wolle, geantwortet, dass er diesen selbstverständlich schwarz wolle. Denn er sei schwarz bis ins Innerste, habe sogar schwarzes Blut und eine schwarze Unterhose. Dann soll er seinen Hosenschlitz geöffnet und gesagt haben: „Ach schau, heute ist sie gestreift.“
Koch bestritt den Vorwurf von Anfang an vehement, gab zwar einen flapsigen Spruch zu, seine Unterhose habe er aber sicher hergezeigt. Die SPÖ forderte den Rücktritt des Bürgermeisters, verlor in der Causa aber schließlich in allen Instanzen. Das Gericht gab Koch Recht, Germann sollte ihre Anschuldigungen zurücknehmen - mehr dazu hier. Das tat sie nun auch.
"Hiermit widerrufe ich, Elisabeth Germann, meine Behauptung, Bürgermeister Helmut Koch habe bei einer Besprechung am 18. Juni 2019, in der Volksschule Retz‚ seine Hose geöffnet, bis seine Unterhose sichtbar war und gesagt, ach schau, heute ist sie gestreift", gab die Ex-Stadträtin bekannt.
Dem Ansehen von Koch in der Stadtgemeinde schadete die Affäre übrigens nicht. Bei den folgenden Gemeinderatswahlen im Jahr 2020 holte der Bürgermeister einen Erdrutschsieg mit 17 von 25 Sitzen im Gemeinderat, kam auf 62,46 Prozent (+36,11 Prozent). Die SPÖ musste hingegen gleich vier Mandate abgeben, wurde auch prozentuell auf 10,72 halbiert.