Stau an einem Montagmorgen ist an sich nichts Neues. Im deutschen Leipzig waren es jedoch nicht die Autofahrer, die diesen verursachten, sondern Klimaaktivisten, die sich auf der Fahrbahn mit Sekundenkleber festgeklebt haben.
Mit Bannern wie "Letzte Generation" und "Stoppt den Fossilen Wahnsinn" setzten sich gegen 7.30 Uhr sechs Personen in Höhe der Haltestelle "Waldplatz" auf die Straße. Vier Aktivisten des radikalen Umweltschützer-Bündnisses "Letzte Generation" klebten ihre Hände auf der Straße mit Sekundenkleber fest, die anderen zwei sollten im Notfall eine Rettungsgasse freilassen.
Die Aktivisten forderten mit ihrer Aktion eine "Lebenserklärung" des Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne) und wiesen auf eine Diskussionsrunde am Mittwoch ab 19 Uhr, im Audimax der Universität Leipzig hin. "Es darf keine neue fossile Infrastruktur geben, insbesondere keine neuen Öl-Bohrungen in der Nordsee", rief die Sprecherin des Bündnisses, Lina Schinköthe.
Polizeibeamte forderten die Blockierenden zweimal auf, die Straße zu verlassen – zu dem Zeitpunkt bildete sich ein Stau von über 75 Autos. Etwa eine Stunde später trugen die Polizisten dann die ersten beiden Personen von der Straße, die sich nicht auf der Fahrbahn festgeklebt hatten.
Gegen jene, die Sekundenkleber verwendet hatten, ging die Polizei mit Olivenöl vor, um die Hände freizubekommen. Erst gegen 9.05 wurde der letzte der vier Aktivisten von der Straße getragen. "Wir ermitteln jetzt wegen des Anfangsverdachts einer Nötigung", sagte der zuständige Polizeisprecher.