Polizei dementiert und warnt vor diesem WhatsApp-Text

Über WhatsApp kursiert derzeit eine "Warnung" vor in Betäubungsmittel getränkten Masken. Die Polizei dementiert und warnt ihrerseits vor dem Text.

Die Nachricht hört sich dramatisch an und verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Auf WhatsApp kursiert derzeit folgende Meldung. "Jetzt geschieht etwas Neues. Leute gehen von Tür zu Tür und verteilen Masken. Sie sagen: 'es ist eine neue Initiative der lokalen Behörden'. Sie bitten dich, eine Maske aufzusetzen, um zu sehen, ob die Maske zu dir passt. Es ist mit Betäubungsmittel getränkt, danach rauben sie dich aus!" In der Nachricht heißt es weiter: "Denkt daran, liebe Freunde, dies ist eine kritische Zeit, die Menschen sind verzweifelt, die Kriminalitätsrate ist in der Corona-Zeit gestiegen."

Weder in Österreich, noch in der Schweiz oder in Deutschland sind allerdings solche Fälle bekannt. "Eine in Messengerdiensten kursierende Meldung hat kürzlich zahlreiche User verunsichert: Mit Betäubungsmitteln versetzte Masken sollen verwendet werden, um wehrlose Opfer auszurauben. Derartige Vorfälle sind bisher nicht polizeilich bekannt geworden", so die Wiener Polizei. Sie verweist darauf, dass offizielle Warnungen immer nur auf offiziellen Plattformen der Landespolizeidirektionen verbreitet werden und dass die Verwendung von geschützten Polizei-Logos – wie sie teils in den Fake-Meldungen aufscheinen – strafbar ist.

Keine Fälle in der Schweiz und Deutschland

Auch in der Schweiz gebe es laut Polizei keine derartigen Fälle. "20 Minuten" hat bei mehreren Kantonspolizeien nachgefragt, die Antwort: "Fake News. Eine solche Masche ist uns nicht bekannt und passt auch überhaupt nicht in das Kriminalitätsgeschehen, wie wir es täglich beobachten", so Mediensprecher Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau. "Wer solchen digitalen Müll erhält, soll diesen löschen und nicht noch zur Verunsicherung beitragen, indem er oder sie solche Nachrichten weiterverbreitet."

Auch der Thurgauer Kantonspolizei ist kein solcher Fall bekannt. Mediensprecher Matthias Graf sagt: "Die Kantonspolizei Thurgau empfiehlt, dass bei verdächtigen Meldungen der Inhalt und der Absender überprüft werden soll. Solche Mitteilungen sollten nicht einfach weitergeleitet werden." Bei der Kantonspolizei St. Gallen klingt es ähnlich: "Wir kennen die Fake- Meldung. Solche Fälle sind uns jedoch nicht bekannt. Ein gesundes Misstrauen ist in solchen Fällen sicher nicht falsch."

Mehrere Varianten der Nachricht bekannt

Bei der Kantonspolizei Zürich kennt man die Nachricht ebenfalls. Sprecher Stefan Oberlin sagt: "Diese Art ist auch nicht neu, sie wurde einfach auf die Maskentragpflicht angepasst." In der Tat: Bereits im April des vergangenen Jahres kursierte über WhatsApp eine ähnliche Meldung. Wer hinter der Nachricht steckt, ist unbekannt. Auch in Deutschland wird der Text verbreitet.

Die Berliner Polizei hat sich auch auf Twitter dazu geäußert und spricht ebenfalls von "Fake News". Wie "Mimikama" schreibt, stammt die Nachricht ursprünglich aus dem Englischen, der Sinn dahinter – unklar. Immerhin: Im März warnte die Polizei vor falschen Amtspersonen. Diese gaben an, einen Covid-19-Test durchführen zu wollen und nutzten den Zugriff in die Wohnung für ihren Überfall.

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