Österreich

Polizei ermittelt gegen Taschendieb-Kinderbande

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:46

Der Fall eines nach eigener Aussage noch unmündigen Taschendiebs in Wien zieht weitere Kreise. Die Polizei gibt nun bekannt, dass gegen eine "organisierte, auf Taschendiebstähle spezialisierte Kinderbande", die in Wien ihr Unwesen treibt, ermittelt wird. Konkret hat die Justiz 59 Mädchen und 13 Buben im Visier.

zieht weitere Kreise. Die Polizei gibt nun bekannt, dass gegen eine "organisierte, auf Taschendiebstähle spezialisierte Kinderbande", die in Wien ihr Unwesen treibt, ermittelt wird. Konkret hat die Justiz 59 Mädchen und 13 Buben im Visier.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt "seit längerer Zeit" gegen die Bande, der möglicherweise noch strafunmündige Buben und Mädchen angehören, so Behördensprecherin Nina Bussek. Konkret gehe man dem Fall seit eineinhalb Jahren nach. Problematisch gestaltet sich vor allem, dass das genaue Alter der Kinder und Jugendlichen oft nicht feststellbar ist.

Aus Sicht der Anklagebehörde und am Freitag vor Gericht zu verantworten hat, über 14 und damit strafmündig. Das Mädchen habe nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der Jugendgerichtshilfe, wo im Rahmen einer psychologischen Abklärung ihre geistige Reife untersucht wurde, ihr wahres Alter mit 16 angegeben.

Zu Mädchen-Prozess kommt Jugendamt

Unmittelbar nach ihrer Festnahme am 22. Jänner hatte das Mädchen erklärt, 13 Jahre alt zu sein. Zu ihrer bevorstehenden Verhandlung wird diesmal auch das Jugendamt geladen. Im Prozess gegen den Buben war kein Vertreter zugegen gewesen: Dieser Richter hatte von einer Ladung Abstand genommen und den Verteidiger des Burschen mit der gesetzlichen Vertretung betraut.

Justiz will die Hintermänner

Die Behörden sind vorrangig bestrebt, an die Hintermänner heranzukommen, welche die oft noch minderjährigen Jugendlichen als Taschendiebe ausbilden, in Banden organisieren und losschicken, hieß es dazu bei der Staatsanwaltschaft. Es sei bisher allerdings nicht gelungen, diese auszuforschen, bedauerte Behördensprecherin Bussek. Die Kinder und Jugendlichen seien "nicht observierbar". Selbst dem Bundeskriminalamt sei es nicht gelungen, die jungen Verdächtigen durchgehend zu überwachen, zumal diese offenbar gezielt darauf geschult werden, sich allfälligen Beobachtern und Verfolgern zu entziehen, indem sie etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln laufend die Waggons wechseln und in Sekundenbruchteilen entscheiden, zu- oder doch auszusteigen.

"Jugendliche sind selbstverständlich Opfer"

Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) bekräftigte seine Position, dass tunlichst kein Jugendlicher in Untersuchungshaft sitzen sollte. Man müsse sicherstellen, dass Jugendliche nicht durchs System "durchfallen", meinte Brandstetter. Er wolle die enge Kooperation mit den Ländern in Sachen Jugendwohlfahrt forcieren, denn "wir wissen, dass hier etwas geschehen muss".

Chancen auf Verbesserungen sieht Brandstetter auch durch die bessere Einbindung der Jugendgerichtshilfe. Zugleich müsse auch alles versucht werden, um das Problem an der Wurzel zu packen und der eigentlichen Täter - also der Organisationen, die Jugendliche als Diebe ausschicken - habhaft zu werden. Denn "das Schlimme" sei, dass "diese Jugendlichen selbstverständlich Opfer sind", so der Justizminister.

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