Polizei fasst Bande nach zwölf Juwelier-Einbrüchen

Polizei forschte Juwelierbanden aus.
Polizei forschte Juwelierbanden aus.LPD NÖ
Polizeierfolg in Niederösterreich: Kriminalisten legten zwei Einbrecherbanden das Handwerk, fünf Verdächtige sitzen in Haft.

Niederösterreichische Kriminalisten haben zwei Einbrecherbanden das Handwerk gelegt, die in drei Bundesländern tätig gewesen sind. Eine Gruppierung hatte sich primär auf Juweliergeschäfte spezialisiert, die andere auf Wohnhäuser. Fünf Beschuldigte sind in Haft, sagte Omar Haijawi-Pirchner, der Chef des Landeskriminalamtes, am Dienstag in St. Pölten.

Zwölf Einbrüche bei Juwelieren

Mit der Festnahme von zwei polnischen Staatsbürgern (47 und 59 Jahre alt) haben die Ermittler zwölf Einbrüche bei Juwelieren und drei weitere in Geschäfte in Niederösterreich und Wien geklärt. Hinzu kamen zwei Diebstähle von E-Bikes. Die mit GPS-System ausgestatteten Fahrräder führten letztlich auch zu den Tätern.

Russisches Maschinengewehr gefunden

Beim 59-Jährigen wurden laut Haijawi-Pirchner in Wien-Leopoldstadt ein russisches Maschinengewehr und am Zweitwohnsitz im Waldviertel, wo sich die E-Bikes gefunden hatten, mehrere weitere Waffen und Munition sichergestellt. Gegen den Mann bestand ein aufrechtes Waffenverbot. Der 47-Jährige wurde mittels Fingerabdrücken identifiziert, nachdem er Angaben zu seiner Identität verweigert hatte.

Das Duo hatte es bei den Taten von Ende vergangenen Jahres bis Mitte Mai auf Schmuck und Bargeld abgesehen. Den angerichteten Schaden bezifferte Haijawi-Pirchner mit fast 150.000 Euro. Die nicht geständigen Beschuldigten sind in der Justizanstalt Wiener Neustadt in Haft. Ein 63-jähriger Österreicher wurde als mutmaßlicher Hehler angezeigt.

Einschleichdiebstähle in mehreren Bezirken

In Nieder- und Oberösterreich waren den Ermittlungen zufolge drei Rumänen (33, 49 und 52) aktiv. Die Männer sollen von 3. bis 21. September jeweils in den Nachtstunden 20 Einbruchs- und drei Einschleichdiebstähle in sieben niederösterreichischen Bezirken (Amstetten, Bruck a.d. Leitha, Gmünd, Horn, Melk, Scheibbs, Waidhofen a.d. Thaya) und zwei oberösterreichischen (Grieskirchen, Vöcklabruck) verübt haben. Schaden: 100.000 Euro.

Schmuck und Bargeld

Die Beschuldigten waren laut dem Chef des Landeskriminalamtes ebenfalls vorwiegend auf Schmuck und Bargeld aus. In einem von ihnen verwendeten Auto und bei Hausdurchsuchungen in Wien sowie in Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) wurden Diebesgut für mehr als 32.000 Euro und Einbruchswerkzeuge sichergestellt. Der 33- und der 52-Jährige waren im Gegensatz zum dritten Beschuldigten geständig. Das Trio ist in der Justizanstalt Krems in Haft.

Die Polizei in Niederösterreich rüstet sich indes einmal mehr gegen Dämmerungseinbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser (DWE). Auf das Phänomen werde wieder mit verstärktem Personaleinsatz reagiert, kündigten Landespolizeidirektor Franz Popp und der Chef des Landeskriminalamtes, Omar Haijawi-Pirchner, am Dienstag in St. Pölten an. Als "Saison" gilt der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. März.

Zu den Maßnahmen der Polizei zählt Prävention ebenso wie verstärkte Streifentätigkeit. Nicht zuletzt richtet das Landeskriminalamt wieder eine temporäre Ermittlungsgruppe für die Bekämpfung von Wohnraumeinbrüchen ein.

"Viel Licht im Innen- und Außenbereich"

An Vorkehrungen, die jeder Haus- oder Wohnungsbesitzer selbst treffen könne, nannte Popp "viel Licht" in Innen- wie Außenbereichen und das Entfernen möglicher Einstiegshilfen wie Leitern oder Kisten in Gärten. Zudem sollten Fenster oder Terrassentüren nicht gekippt bleiben, wenn niemand zu Hause ist. Bei längerer Abwesenheit sollen Nachbarn ersucht werden, Postsendungen aus Briefkästen zu nehmen.

"Verdächtige Wahrnehmungen melden"

Bei verdächtigen Wahrnehmungen rät der Landespolizeidirektor unbedingt dazu, den Notruf 133 zu wählen. Zudem wies er darauf hin, dass der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst mit Tipps zur Seite stehe. Dazu zählt etwa, Eigentumsverzeichnisse anzulegen.

2019/20 war die Zahl der DWE in Niederösterreich stabil geblieben. 868 Wohnraum-Einbruchsdiebstähle wurden angezeigt (738 in Häuser, 130 in Wohnungen), um 18 mehr als ein Jahr zuvor. In 379 Fällen (2018/19: 373) blieb es beim Versuch.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account wes Time| Akt:
EinbruchPolizei

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen