Österreich

Polizei gelingt Schlag gegen "Feuer-Bande"

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:05

Nach zahlreichen Straftaten im Rotlicht-Milieu - u.a. zwei Brandanschläge im Bezirk Kirchdorf und in Wien mit einem Gesamtschaden von rund 2,9 Mio. Euro - sind zehn Personen in Untersuchungshaft. Mehrere Verdächtige gehören der Neonazi-Szene an, teilten die Staatsanwaltschaft Wels und die Pressestelle der Polizei Oberösterreich am Donnerstag mit.

Bei Hausdurchsuchungen wurden zehn Kilo Sprengstoff und illegale Faustfeuerwaffen samt Munition sichergestellt. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Nach anonymen Hinweisen gründete die Polizei zunächst eine Arbeitsgemeinschaft und schließlich eine Soko. Telefonauswertungen, Hausdurchsuchungen und Observationen wurden durchgeführt und mehr als 80 Personen einvernommen. Wie sich herausstellte, fand die Gruppierung ihre Einnahmequellen - der Gesamtschaden wird mit mindestens 3,5 Mio. Euro beziffert - in Gewalt-, Eigentums- und Vermögensdelikten, in der Rotlicht-Szene sowie im Waffen- und Drogenhandel.

Erpressung, Körperverletzung, Brandstiftung

Die Ermittlungen ergaben, dass Firmenbesitzer und Betreiber von Bordellen bedroht, misshandelt und in finanzielle Abhängigkeit gebracht worden sein sollen, damit sie Geld abliefern. Die Organisation wird zudem verdächtigt, in Haftanstalten spätere Täter angeworben zu haben. Ihr wird ein Brandanschlag mit mehr als 400.000 Euro Schaden im Jahr 2009 auf ein Bordell im Bezirk Kirchdorf sowie die Entführung und Misshandlung des damaligen Geschäftsführers angelastet.

Im Mai 2011 wurde ein Wiener Saunaklub ein Raub der Flammen, es entstand ein Schaden von 2,5 Mio. Euro. Auftraggeber des Anschlags soll ebenfalls die Gruppierung gewesen sein, beim mutmaßlichen Anstifter stellten die Ermittler illegale Waffen wie eine Pistole sicher.

Es besteht zudem der Verdacht, dass zur Verschleierung von illegaler Prostitution ein Escortservice gegründet wurde und Frauen mit Gewalt und Drohungen unter Druck gesetzt wurden. Weil die Bande ein Bordell im Bezirk Schärding übernehmen wollte, soll sie nicht davor zurückgeschreckt sein, ein Auto in Brand zu stecken.

Die führenden Mitglieder der Vereinigung werden darüber hinaus verdächtigt, einen regen Handel mit teilweise verbotenen Schusswaffen, Kriegsmaterial sowie Munition und Zubehör betrieben zu haben. Die Polizei stellte u.a. ein Sturmgewehr samt Trommelmagazin, eine Maschinenpistole und eine abgesägte Schrotflinte sicher.

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