Polizei hadert mit Computer-Pannen

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"Computer says No": Seit zwei Wochen kämpft die österreichische Polizei mit regelmäßigen Software-Problemen, die auch Ermittlungen behindern.

Am 18. Jänner bekam die österreichische Polizei ein neues internes Computer-System. Das "PAD-System" (Protokollieren-Anzeigen-Daten) sollte den Beamten eigentlich die Arbeit erleichtern. Doch offenbar ist das Gegenteil der Fall.

Das System soll dazu da sein, Anzeigen und Vernehmungen ordentlich zu protokollieren. Viele Polizisten beschweren sich aber seit der Umstellung über "ununterbrochene Systemabstürze" und die schlechte Suchfunktion.

Aufgrund der Software-Pannen gehen Akten verspätet an die Justiz, auch Verhöre mussten bereits unterbrochen werden.

"Benutzerfeindlich"



"Es ist unübersichtlich, unlogisch, ungängig, benutzerfeindlich und derzeit sehr bürgerunfreundlich", sagt ein Polizist aus der Steiermark.

Auch die Polizeigewerkschaft FSG kritisiert gegenüber der APA das System und vor allem die Umstellung: "Es gab zu wenig Schulungen, der Abstand zur Umsetzung war zu groß, die technischen Abstürze häufen sich", so Gewerkschafter Hermann Greylinger. Von einer "modernen Polizei", wie sie die Regierung angekündigt hat, sei man damit "weit entfernt".

Das erst seit zwei Wochen verwendete Programm musste bereits zweimal für Wartungsarbeiten heruntergefahren werden, wie der "Kurier" berichtet.

Polizei steht als inkompetent da

"Wenn man Parteien vor sich hat und das System spinnt, ist das der Wahnsinn", so Greylinger. Es enstünde der Anschein, dass der Beamte sich nicht auskennt.

Problem sitzt vor dem Computer

Gegenüber dem "Kurier" versucht das zuständige Innenministerium zu beruhigen. Die größten technischen Probleme hätte man mittlerweile in den Griff bekommen. "Aktuell sind 90 Prozent Anwenderprobleme und nur noch zehn Prozent technischer Natur", sagt der Projektleiter Jürgen Doleschal.

Will heißen: Nicht das Programm ist das Problem, sondern der Mensch, der es bedient. Diese Aussage ärgert die betroffenen Polizisten ganz besonders: "Die Behauptung, dass die Endanwender schuld sind, ist schlichtweg eine Frechheit", so ein Kärntner Polizist.

Gewerkschafter Greylinger dazu: Die Politik solle sich zuerst um "gescheite Technik, dann gescheite Unterkünfte und erst dann um Pferdeställe kümmern". (red)

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitikPolizei

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