Mega-Schlag gegen Verbrecher

Polizei hebt Kokain-Labor in Österreich aus

In Niederösterreich wurde ein Drogenring ausgehoben. Vier Tatverdächtige sind in Haft, nachdem sie beim Schmuggel von 137 Kilo kg erwischt wurden.

Roman Palman
Polizei hebt Kokain-Labor in Österreich aus
Die Drogen waren in ausgefrästen Teakholz-Brettern versteckt.
LPD NÖ / Kontr Ing. Oliver Greene und Kontr Lukas Topf BSc

In Niederösterreich ist der Polizei "eine der größten Suchtmittelsicherstellungen in der Zweiten Republik" gelungen. Nach grenzüberschreitender Ermittlungsarbeit wurden 137 Kilo Kokain einkassiert, neun Verdächtige festgenommen. "Es ist ein harter Schlag gegen den Drogenhandel und ein harter und fester Schlag gegen die organisierte Kriminalität", sagte Innenminister Gerhard Karner (VP) bei einer Pressekonferenz am Freitag dazu.

Es sei die drittgrößte Drogenmenge, die jemals in Österreich aus dem Verkehr gezogen wurde. Das bedeute 137 Kilo weniger im Handel und "das ist gerade aktuell so wichtig", betonte der Innenminister mit Blick auf zunehmende Jugendkriminalität und Drogenkonsum. "Das ist ein großartiger Erfolg."

115 solcher Bretter wurden extrahiert und untersucht.
115 solcher Bretter wurden extrahiert und untersucht.
LPD NÖ / Kontr Ing. Oliver Greene und Kontr Lukas Topf BSc

Kokain in präparierten Holzbrettern

Der Leiter des Landeskriminalamts NÖ, Brigadier Stefan Pfandler, schilderte im Anschluss den Ablauf der Ermittlungen. Begonnen hatte alles im September 2023 mit der Routinekontrolle eines Frachtcontainers aus Bolivien. Unter doppelten Brettern von Paletten wurden 115 Drogenverstecke entdeckt. Über eine zur Lieferung hinterlegte Handynummer führte die Spur weiter nach Österreich.

"Sämtliche Spezialeinheiten zugezogen"

Die Nummer gehörte zu einer Person im südlichen Niederösterreich. In Absprache mit zwei Staatsanwaltschaften wurde aufgeboten, was die Strafprozessordnung hergibt. "Ab diesem Zeitpunkt habe man bis zur Festnahme zehn Tage später sämtliche österreichischen Spezialeinheiten zugezogen, um die mutmaßlichen Täter lückenlos zu überwachen. Vier Verdächtige wurden dabei ausgeforscht – alle vier tauchten dann auch in der Slowakei beim Entladen des präparierten Containers auf. 

Darin wurden zahlreiche Drogen-Pakete gefunden.
Darin wurden zahlreiche Drogen-Pakete gefunden.
LPD NÖ / Kontr Ing. Oliver Greene und Kontr Lukas Topf BSc

Beim Verlassen der dortigen Lagerhalle und der Rückfahrt nach Österreich kam es zum Zugriff: Wega, Cobra und Kriminalisten nahmen die bekannten Verdächtigen fest. In Folge kam es zu zahlreichen Razzien, auch hier in Begleitung von Spezialeinheiten aufgrund des "hohen Gefahrenpotenzials".

Kokainlabor in NÖ

In einer angemieteten Garage im südlichen Niederösterreich wurde dann ein vollausgestattetes Drogenlabor ausgehoben. Dort soll die Bande die geschmuggelte Kokainbasis durch Zusatz weiterer Chemikalien für den Straßenverkauf aufbereitet haben. 

In der Lagerhalle in Bratislava wurden dann weitere präparierte Paletten aus einer anderen Containerlieferung entdeckt. Auch zwei große Big Bags von Holzresten aus zerschnittenen Koks-Dielen wurden sichergestellt. Weitere Paletten wurden aus Deutschland nach Wien gebracht und hier einzeln geröntgt. Aufgrund der dabei gemachten Funde gehen die Ermittler davon aus, dass mindestens 270 Kilo an Kokain in Österreich und Slowakei verteilt wurden.

In Summe sollen die 10 Verdächtigen (9 sind festgenommen) bis zu 800 kg Kokain ins Bundesgebiet geschmuggelt haben.
In Summe sollen die 10 Verdächtigen (9 sind festgenommen) bis zu 800 kg Kokain ins Bundesgebiet geschmuggelt haben.
LPD NÖ / Kontr Ing. Oliver Greene und Kontr Lukas Topf BSc

Tatverdächtiger seit zehn Jahren gesucht

Die vier in Niederösterreich Festgenommenen sind serbische Staatsbürger und leugnen jegliche Beteiligung an einem Suchtgiftschmuggel. Für die Exekutive ist es gleich ein doppelter Erfolg: Nach einem der vier wurde nämlich seit einem Jahrzehnt wegen zehnfachen Raubüberfalls auf Postämter in Wien gefahndet. Er hatte seither offenbar mit falschen Namen hier gelebt. 

"Wie ist das möglich?", fragte Pfandler in den Raum, lieferte selbst die Antwort nach: In Serbien sind Namensänderungen offenbar ohne Angaben von Gründen ganz einfach möglich. "Auf diese Art und Weise hat der Tatverdächtige unentdeckt in Österreich leben können. Mit legal ausgestellten Dokumenten aus Serbien."

"Ich trau' mich fast wetten, dass ..."

Der gesamte ausgehobene Drogenkomplex, bestehend aus mindestens neun Köpfen – in Summe acht Serben, ein Österreicher –, soll von Portugal bis nach Hamburg und Österreich gereicht haben. Sie sollen für den Schmuggel von rund 3 Tonnen Kokain nach Europa verantwortlich sein.

Einen gewissen Schwund würden die Verbrecher wohl einkalkulieren, doch solche Mengen täten ihnen schon weh, sagte der Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität des Bundeskriminalamts, Daniel Lichtenegger. Er fügte hinzu: "Ich trau' mich fast wetten, dass da jemand hat büßen müssen, dass da 137 Kilo verschwunden sind. Vielleicht nicht in Europa, sondern in Südamerika."

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    Auf den Punkt gebracht

    • Die österreichische Polizei hat bei einer grenzüberschreitenden Ermittlung 137 Kilo Kokain sichergestellt und neun Verdächtige festgenommen, was als einer der größten Suchtmittelsicherstellungen in der Zweiten Republik gilt, und einen schweren Schlag gegen den Drogenhandel und die organisierte Kriminalität darstellt
    • Die Ermittlungen führten zuerst nach Bolivien und anschließend nach Österreich, wo ein Drogenlabor im südlichen Niederösterreich ausgehoben wurde, das die geschmuggelte Kokainbasis für den Straßenverkauf aufbereitete
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    Akt.