Ein mysteriöser Gipfelkreuz-Vandale treibt im deutsch-österreichischen Grenzgebiet sein Unwesen. Der Unbekannte hat bereits drei Kreuze in den Ostalpen mit einer Axt beschädigt. Offenbar stieg er immer in der Dunkelheit auf und beging sein Zerstörungswerk im Morgengrauen.
Wer macht sowas? Diese Frage stellen sich derzeit Polizeibeamte in Deutschland. In der Nacht auf Sonntag ist im deutsch-österreichischen Grenzgebiet schon zum dritten Mal ein Gipfelkreuz schwer beschädigt worden. Der Unbekannte dürfte immer in der Dunkelheit mit Stirnlampe aufgestiegen sein und sein Zerstörungswerk im Morgengrauen ausgeführt haben. Die Hintergründe sind völlig im Dunkeln. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Die Schadenssumme ist überschaubar, der symbolische Schaden wiegt jedoch für die Bewohner und Alpinisten viel schwerer.
Es handle sich offenbar um jemanden, "der nicht damit klarkommt, dass auf jedem Berg ein Kreuz steht", so Walter Mayer von der Polizei Bad Tölz. In der Schweiz gebe es eine Bewegung, die Kreuze auf den Gipfeln ablehne. Vielleicht wurde der Täter davon inspiriert. Bekennerschreiben oder Hinweise auf sein Motiv ließ er bisher nicht zurück.
Bei Tat gestört?
An seinem jüngsten Tatort, dem Schafreiter, vollendete er sein Werk nicht. Trotzdem beschädigte er das Gipfelkreuz mit Axt und Säge so schwer, dass es aus Sicherheitsgründen abmontiert werden musste. Ob er gestört wurde oder sein Werkzeug kaputtging, ist nicht bekannt.
Möglicher Verdächtiger
Wanderer beobachteten einen möglichen Verdächtigen. Die Personenbeschreibung: 30 bis 40 Jahre alt, 1,80 Meter groß, mit deutlichem Bauchansatz, dunkelblondem oder braunem Haar, Dreiviertelhose und grünlichen Knieschützern. Er habe eine schwarze Jacke dabeigehabt und über Kopfhörer laute Musik gehört, berichtet der "Spiegel".
Wenn der Gipfelkreuz-Hacker sein Zerstörungswerk fortsetzt, ist die Polizei auf Zeugen angewiesen. Die Beamten können die Tatorte aufgrund des unwegsamen Geländes niemals rechtzeitig erreichen.