Polizei-Panzer bei Mahnwache am Brunnenmarkt

Bei einer Mahnwache für das Mordopfer vom Brunnenmarkt kam es am Sonntagabend zu einem Großeinsatz der Polizei. Aufgrund eines angekündigten Aufmarsches der rechtsextremen "Identitären" sowie linken Gegendemonstranten waren 100 Polizisten sowie Hundestaffel, Panzerwagen und Hubschrauber im Einsatz.

Bei einer Mahnwache für das  sowie linken Gegendemonstranten waren 100 Polizisten sowie Hundestaffel, Panzerwagen und Hubschrauber im Einsatz. 

Die Rechtsextremen hatten im Vorfeld eine Kundgebung am Brunnenmarkt in Wien-Ottakring, dem Tatort des schrecklichen Mordes in der Nacht auf Mittwoch, auf sozialen Netzwerken angekündigt. Laut Aussendung der Polizei war die linke Gegendemo nicht genehmigt. Aus Sorge um Ausschreitungen marschierte eine Hundertschaft der Exekutive am Brunnenmarkt auf.

Auch ein Panzerwagen sowie ein Polizeihubschrauber waren im Einsatz. Zuvor war eine Mahnwache für die Ermordete abgehalten worden. Gegen 20.00 Uhr versammelten sich dann 120 Menschen im Bereich Brunnengasse. Die teilweise Vermummten zogen lärmend rund um den Yppenplatz, es wurde eine Vielzahl an Bengalen gezündet und gegen parkende Autos getreten. Einige Teilnehmer dürften laut Polizei auch mit Baseballschlägern bewaffnet gewesen sein.
Polizei drängt Mob zurück

Um mögliche Angriffe auf die Mahnwache - es waren am späteren Abend nur noch drei Menschen dort - sowie weitere Sachbeschädigungen zu verhindern, wurde ein Großaufgebot an Polizei zusammengezogen. Unter Einsatz mehrerer Polizeihunde konnte die Menschenmenge am Brunnenmarkt angehalten werden. Die Polizisten wurden jedoch teilweise attackiert. Gegen 22.15 Uhr war der Spuk vorbei. Niemand wurde verletzt.

Es gab zwei Festnahmen, sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger zu "Heute". "Allerdings lediglich wegen kleinerer Verwaltungsdelikte", betonte Eidenberger. Die beiden Männer wurden auf freiem Fuß angezeigt. Einige Anrainer waren durch das große Polizeiaufgebot allerdings verunsichert.

Francis N.: Psychiater am Zug

RFJ NÖ-Landesgeschäftsführer Markus Ripfl, der gemeinsam mit acht Freunden für die verstorbene Parteikollegin (Maria E.) eine Kerze entzünden wollte, beschrieb die Szene so: "Über 100 gewaltbereite Linksextreme vermummten sich und gingen auf uns los." Daraufhin hätten er und seine Freunde sich zum Rückzug entschlossen, worauf die Gruppe sie "gestoßen" und "geschimpft" hätte. Es sei sogar eine Glasflasche geflogen. Ripfl sei "ca 1 km lang" verfolgt worden, bis er zu einem Polizisten flüchten konnte. "Wir rannten um unser Leben", so der FPÖler, der in Niederösterreich bereits mehrmals mit radikalen Forderungen, wie Ausgangssperren für Asylwerber, auf sich aufmerksam gemacht hat.

Der verdächtige Mörder, Francis N., bestreitet weiter, Maria E. erschlagen zu haben. Aber mehrere Augenzeugen haben seine Attacke gesehen. Psychiater prüfen nun seinen Geisteszustand.

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