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Polizei warf schwangere Migrantin brutal aus Zug

Ein Video, das die Festnahme einer Migrantenfamilie in einem Zug zeigt, sorgt für Gesprächsstoff.
Heute Redaktion
13.09.2021, 21:04

Drei französische Journalismusstudenten haben vor mehreren Wochen einen Vorfall gefilmt, der nun im Netz gelandet ist und weltweit für Diskussionen sorgt. Eine afrikanische Flüchtlingsfamilie befand sich am 16. Februar in einem Zug aus der italienischen Grenzstadt Ventimiglia nach Frankreich. Am Bahnhof in Menton wurden die Insassen von der Polizei kontrolliert. Nachdem sich die Familie – eine schwangere Frau mit ihrem Ehemann und zwei Kindern – weigerte, ihre Dokumente zu zeigen, griffen die Beamten streng ein.

Im Video ist etwa zu sehen, wie der Kinderwagen geschmissen und die Schwangere daraufhin von den Polizisten an Händen und Füßen gepackt wird. Die ganze Familie musste ihre Reise in Menton beenden.

Die Polizei in Nizza erklärte, dass man wegen des Protests der Migranten so hart vorgehen hätte müssen. Es sei aber zu keiner Verletzung der Menschenrechte gekommen.

Tumult an Bord

Der Krawall im Zug sorgte für eine minutenlange Unterbrechung der Fahrt. Neben den sich wehrenden und laut schreienden Migranten, mischten sich auch einige andere Passagiere ein, um die schwangere Frau zu schützen.

Einer jener Studenten, die gefilmt hatten, gab an, dass die zweifache Mutter bei dem Zwischenfall auch das Bewusstsein verloren hatte. "Als der Zug wieder weitergefahren ist, lag die Frau noch immer am Bahnsteig. Ich weiß nicht, wie es dann weitergegangen ist", wird einer der Augenzeugen zitiert.

Der kleine Bahnhof Menton Garavan – er ist für Reisende aus Italien der erste auf französischem Boden – wird seit Jahren streng kontrolliert. Tausende Migranten, die von Ventimiglia aus versuchen illegal nach Frankreich einzureisen, werden dort (teils brutal) abgefangen. Ende letzten Jahres gab es wegen der gewaltsamen Vorgehensweise Proteste.

(red)

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