Ein Aktivist erzählt, ein Polizist habe ihm bei der Klima-Demo am Freitag die Hand gebrochen. Die Wiener Polizei wehrt sich: Der Mann habe eine Untersuchung durch die Rettung abgelehnt.
Seit Tagen sorgt das Vorgehen der Wiener Polizei gegen Klima-Aktivisten am Freitag für Empörung. Polizei und Staatsanwaltschaft haben eine Untersuchung eingeleitet. Neben jenem Polizisten, der einen am Boden fixierten Mann geboxt hatte, soll noch ein weiterer Polizist brutal durchgegriffen haben. Einem Aktivist wurde bei einem "Schmerzgriff" die Hand gebrochen.
Der Oberösterreicher erzählte der APA (der auch ein Video des Vorfalls vorliegt): "Sie haben mich dann an den Armen genommen und die Hände nach innen gedrückt." Der betroffene Beamte habe seine Hand nicht nur umgebogen, sondern extra nachgedrückt. "Das hat höllisch wehgetan, ich hab' nur mehr geschrien", berichtete der Aktivist. Bei diesem "Schmerzgriff" habe ihm der Polizist die Hand gebrochen.
Bruch des Mittelhandknochens
Bei ihm wurde in einem Krankenhaus am Sonntag der Bruch des Mittelhandknochens der linken Hand diagnostiziert. Er sei zunächst ins Polizeianhaltezentrum gebracht und erst in der Nacht entlassen worden. Zurück in Oberösterreich habe er zunächst geschlafen und sich erst am Sonntag ins Krankenhaus begeben. Dort wurde der Bruch diagnostiziert, drei Wochen muss er nun einen Gips tragen.
Die Wiener Polizei wehrte sich am Dienstag gegen die Vorwürfe. Es gebe einen Einsatzbericht, der auf den Vorfall passe. Laut diesem konnten bei dem Oberösterreicher "keine sichtbaren Verletzungen festgestellt werden und der Betroffene konnte die Hand frei bewegen", heißt es.
"Untersuchung durch Rettung verweigert"
Der Aktivist verweigerte demnach auch gegenüber der Rettung die Herausgabe der Daten und eine weitere Untersuchung. "Ob hier daher tatsächlich ein Zusammenhang" zwischen dem Polizeieinsatz und der Verletzung bestehe, "kann derzeit auch auf Grund der Anonymität des Mannes nicht verifiziert werden", so die Aussendung.
"Die teils absurden Anschuldigungen gegen die Wiener Polizei, die in diversen sozialen Netzwerken kursieren, werden aufs Schärfste zurückgewiesen", heißt es auch in Bezug auf andere Vorwürfe gegenüber den Beamten. (hos)