Österreich

Polizei wollte Asylwerber abschieben, ganzer Ort ver...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:21

Bewegende Szenen spielten sich am Sonntag in der Früh in der Ortschaft Matzleinsdorf im Bezirk Melk ab: Um 5:30 Uhr in der Früh wollte laut einem Bericht der "Niederösterreichischen Nachrichten" eine Eskorte mit fünf Polizisten eine vierköpfige Familie aus ihrer Wohnung abholen.

Bewegende Szenen spielten sich am Sonntag in der Früh in der Ortschaft Matzleinsdorf im Bezirk Melk ab: Um 5:30 Uhr in der Früh wollte laut einem Bericht der "" eine Eskorte mit fünf Polizisten samt Dolmetscher eine junge vierköpfige Familie aus ihrer Wohnung abholen. Sie sollten nach Kroatien abgeschoben werden.

Die Welle der Solidarität war groß: Denn via Facebook und Twitter mobilisierten sich rund 70 Personen, die sich rund um das Haus von Hala, Magid und ihren Kindern Fuad (6) und Mourad (2) postierten. Ein Arzt diagnostizierte bei Hala zudem eine Lungenentzündung. Folge: Die Polizei rückte unter dem Applaus der Menge schließlich wieder ab.

Der Bürgermeister von Matzleinsdorf, Gerhard Bürg (ÖVP), kritisiert scharf das Vorgehen der Behörden: "Die Familie muss auf Biegen und Brechen weg, dabei gab es noch nie Kritik von Gemeindebürgern", so Bürg gegenüber der "noen".  

Kritik übte der Ortschef übrigens auch an der eigenen Partei: "Leider hat die ÖVP das Dublin-Abkommen unterschrieben. Ich habe kein Problem damit, den Innenminister zu diesem Thema anzurufen", richtete er an Wolfgang Sobotka aus.

Hintergrund: Laut dem Abkommen gibt es die Pflicht, Menschen, die via Kroatien aus ihrer Heimat geflohen sind, wieder nach Kroatien zurückzuweisen, denn das Land ist ein Dublin-Mitgliedstaat.

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