Bakary Jassey wurde 2006 von drei Polizisten fast zu Tode geprügelt, danach monatelang nicht richtig verarztet. Seine Peiniger wurden erst sechs Jahre später gefeuert, Bakary wurde eine sechsstellige Entschädigung zugesprochen, die Rechtsstreitigkeiten sind bis heute noch nicht beigelegt. Die Republik Österreich entschuldigte sich bei dem Folteropfer. Über ein Jahrzehnt nach der Tat schreibt sich Jassey nun das noch immer vorhandene Trauma von der Seele.
Bakary Jassey wurde 2006 von drei Polizisten fast zu Tode geprügelt, danach zugesprochen, die Rechtsstreitigkeiten sind bis heute noch nicht beigelegt. Die Republik Österreich entschuldigte sich bei dem Folteropfer. Über ein Jahrzehnt nach der Tat schreibt sich Jassey nun das noch immer vorhandene Trauma von der Seele.
. Seit Sonntag ist die Geschichte abrufbar. Heinz Patzelt, der Generalsekretär von Amnesty International und Autor und Jurist Alfred J. Noll schrieben die Vorworte. Patzelt war beeindruckt von Jasseys Stärke. "Er ist schwer verletzt, aber nicht zerstört."
Prügel, Tritte - und schließlich vom Polizeibus gerammt
Noch heute könne er nicht schlafen, erzählt Jassey. Die Ereignisse jener Nacht kann er nicht vergessen. Anfangs drei Polizisten, ein vierter kam schließlich dazu, folterten den Mann nach einem missglückten Abschiebeversuch. Der Pilot nahm Jassey nicht mit, die Rückfahrt nach Wien endete in einer verlassenen Lagerhalle. Was mit Schlägen begann eskalierte und wurde immer brutaler. Man drohte ihm mit dem Tod, hielt ihm eine Handgranate unter die Nase. Als er schließlich am Boden lag und die Tritte aufhörten, wurde der damalige Abschiebehäftling schließlich noch von einem Polizeibus angefahren.
Einen Monat ohne richtige Behandlung
Erst mehr als einen Monat nach der Folter habe ein Doktor die vielen Verletzungen, unter anderem Kieferbrüche, diagnostiziert. Bis heute klagt das Opfer über Schmerzen, weil die Verletzungen nicht richtig verheilt seien. Nach wie vor müsse er Medikamente nehmen - auch wegen des Traumas.
Gegenüber der APA betont Jassey, dass er nicht über Österreicher schreibe, sondern "über Menschen, die ein Verbrechen begangen haben". Viele der Menschen, die gegen ihn seien, wüssten noch immer nicht, was damals passiert sei. Mit seinem Buch gibt er allen Einblicke in die Vorfälle.