Polizeistation kehrt auf den Praterstern zurück

Wohlfühlplatz statt sozialer Hot Spot: Mit einer neuen Polizeistation im Bahnhof soll die Befriedung des Pratersterns fortgeführt werden. 63 Polizisten sollen hier Dienst versehen.
Der Praterstern (Leopoldstadt) ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Wiens. Pro Tag sind hier rund 150.000 Passanten unterwegs. Damit diese sich wohl und sicher fühlen, wird hier bis Ende 2020 eine neue Polizeistation errichtet. Die bestehende Polizeistation Lassallestraße soll künftig von Beamten der Grenz- und Fremdpolizei genutzt werden.

Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten starten. Die konkreten Pläne für die neue Polizeistation stellten am Montag ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä, der Generalsekretär des Innenministeriums Peter Goldgruber, der Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl und Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vor.

650 m² große neue Polizeistation direkt am Praterstern

Die neue Polizeiinspektion wird in einem 900 m² großen Zubau am Bahnhofsgebäude Praterstern Platz finden. Der U1-Aufgang nördlich der Bahnhofshalle wird durch einen Zubau umrahmt, daran anschließend wird die Polizeiinspektion errichtet, die 650 m² groß sein und Platz für 65 Polizisten bieten wird.

CommentCreated with Sketch.7 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die umgebenden Flächen sollen attraktiver gestaltet und effizienter genutzt werden. Zusätzlich sollen die verbesserte Zugangssituation und die neue Polizeiinspektion einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bahnhofsbesucher und Anrainer leisten.

Errichtet werden Polizeistation und Bahnhofshallen-Zubau durch die ÖBB, die dann an die Polizei weitervermietet. Die Kosten schätzt Matthä mit rund acht Millionen Euro.

Mehr Sicherheitsgefühl für Wiener, kurze Wege für Polizisten

Die neue Polizeistation soll allein durch die optische Wahrnehmung das subjektive Sicherheitsgefühl heben. Für die Polizei bedeute der neue Standort bessere Arbeitsbedingungen in einer hochmodern ausgestatteten Station und ein rasches Eingreifen im Notfall. Die neue Station wird 24 Stunden besetzt sein.

"Durch die Platzierung direkt im Bahnhofsbereich sind die Polizistinnen und Polizisten 'mitten im Geschehen' und das Sicherheitsgefühl der Pendlerinnen und Pendler wird damit weiter gestärkt", so Goldgruber.

Für die Polizei sei die neue Station eine "Rückkehr" an einen bekannten Ort: Bis 2014 gab es eine Polizeistation direkt am Praterstern, die dann in die Lassallestraße übersiedelt ist. Grund dafür war, dass das Polizei-Gebäude am Praterstern stark sanierungsbedürftig war und nicht mehr den Anforderungen einer zeitgemäßen Polizeiinspektion entsprach.



Polizeistation als Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets

Die neue Polizeistation sei nur ein Teil eines weitergreifenden Maßnahmenpakets, betonten Goldgruber und Ludwig. Neben der verstärkten Polizeipräsenz, der Verhängung einer Alkohol- und Waffenverbotszone zählten auch Sozialarbeit und geplante Kunstprojekte am Bahnhof dazu.

Im Geltungszeitraum der erstmals verhängten Waffenverbotszone von 1. Februar bis 30. April seien die Delikte von rund 700 auf 400 zurückgegangen, das sei ein Minus von 45 Prozent. Die Fälle von Körperverletzungen seien von 60 auf 25 Fälle gesunken, rechnet Polizeipräsident Pürstl vor. Über 30 Waffen seien sichergestellt worden.

Wien unter Top 6 der sichersten Städte der Welt

"Mir ist es wichtig, dass die Polizei direkt vor Ort am Praterstern ist und für die Menschen rund um die Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung steht", so Bürgermeister Michael Ludwig.

Eine neue Studie reihe Wien unter den sechs sichersten Städten der Welt. "In Wien gibt es keine Bereiche, wo man ungern hingeht. Ich will aber nicht, dass sich gewisse Szenen irgendwo in der Stadt verorten. Daher ist es Aufgabe der Stadt, genau hinzuschauen", betonte Ludwig.

Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern in "nächsten drei Wochen"

In den nächsten drei Wochen will Ludwig den angekündigten Evaluierungsbericht zum Alkoholverbot Praterstern vorlegen. "Die Erfahrungen der Polizei liegen vor, diese werden nun durch jene der Sozialarbeiter ergänzt", erklärt Ludwig. Über eine mögliche Ausweitung des Alkoholverbots auf andere Plätze – etwa beim Bahnhof Floridsdorf wie von Bezirkschef Georg Papai (SPÖ) wiederholt gefordert – soll erst danach entschieden werden, betont der Stadtchef. (lok)

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