Polizist adoptiert Baby von Heroin-Junkies

In Albuquerque beobachtet der Polizist Ryan Holets ein heroinabhängiges Paar. Die Frau ist schwanger. Da fasst Holets einen mutigen Entschluss.

Die Opioid-Krise hat die USA fest im Griff: Über 60'000 Personen starben 2016 an Drogenmissbrauch, zwei Drittel davon an Heroin und verwandten Schmerzmitteln. Für Polizisten ist es also nichts Außergewöhnliches, bei Patrouillen auf Fixer zu stoßen – auch am helllichten Tag.

Ryan Holets, Polizist in Albuquerque, New Mexico, kam gerade aus einem Lebensmittelladen, als er auf dem Vorplatz des Geschäfts zwei Heroinabhängige traf. Die Routinekontrolle sollte sein Leben verändern.

"Ich wurde von Gott gelenkt"

Holets näherte sich dem Paar. Die Frau setzte ihrem Partner gerade eine Spritze. Da sah der Polizeibeamte, dass sie schwanger war. "Das machte mich sehr traurig", sagte er zu CNN. Crystal Champ heißt die Abhängige, sie war im achten Monat schwanger. "Warum machen Sie das? Es wird Ihr Baby töten!", hört man Holets auf der Aufnahme seiner Bodycam sagen.

Elf Minuten lang spricht er mit den beiden Junkies. Vor allem versucht er, Champ klarzumachen, wie gefährlich der Drogenmissbrauch für ihr Kind ist. "Zuerst dachte ich: ‹Wie kannst du nur über mich urteilen? Du weißt ja nicht, wie schwer es ist›", sagt die 35-Jährige. Nach mehreren gescheiterten Entzugsversuchen habe sie aufgegeben: "Ich habe akzeptiert, dass die Drogen mein Leben dominieren werden."

Baby muss zur Methadontherapie

Schließlich sagte Champ dem Polizisten unter Tränen, dass sie verzweifelt jemanden suche, der ihr Baby adoptiere. Diese Worte hätten große Wirkung auf Holets gehabt, sagt Champ: "Er wurde von einem Polizisten zu einem Menschen." Er unterbreitete ihr ein Angebot: Er würde für ihr Kind sorgen. "Ich wurde von Gott gelenkt. Das ist die einzige Erklärung, die ich habe", sagt Holets.

Seine Frau Rebecca war einverstanden. Das Paar hatte schon seit einer Weile über die Adoption eines weiteren Kindes nachgedacht. Ryan und Rebecca Holets haben selbst vier Kinder, ihr jüngster Sohn ist knapp ein Jahr alt.

Crystal Champs Tochter wurde am 12. Oktober geboren. Ihr Name: Hope. Rebecca Holets erinnerhalb sich, als Champ wenige Tage nach der Geburt ihr Kind zum letzten Mal sah: "Sie sagte zu ihrer Tochter: ‹Ich liebe dich. Auf Wiedersehen.› Dann drehte sie sich zu mir: ‹Passen Sie für mich auf sie auf.› Und ich antwortete: ‹Das werde ich. Und Sie passen gut auf sich auf.›"

Hope soll Geschichte ihrer Adoption erfahren

Kinder von drogenabhängigen Eltern leiden oft am Neonatalen Abstinenzsyndrom – sie haben buchstäblich Drogenentzug. Hope war keine Ausnahme: Sie hatte Entzugserscheinungen und musste sogar eine Methadontherapie über sich ergehen lassen. Mittlerweile ist sie zwar nicht mehr im Krankenhaus, muss aber wöchentlich zur ärztlichen Kontrolle.

Ryan Holets spricht von "Vorsehung", die ihn mit Crystal Champ zusammentreffen ließ. Sie nennt es einen "glücklichen Zufall" und beschreibt die Familie Holets als "Licht in der Welt".

Wenn die Zeit reif sei, werde Hope die Geschichte ihrer Adoption erfahren, sagt die Frau des Polizisten. Die leiblichen Eltern sollen einen Platz im Leben ihrer Tochter behalten.

(nk)

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