Polizist als "Keller-Nazi" vor Gericht: Bedingte Haft

Polizist vor Gericht in St. Pölten
Polizist vor Gericht in St. PöltenBild: Daniel Schreiner
Hitlerwein, Waffen-SS-Marschmusik und ein einschlägiges Posting brachten einen Inspektor aus NÖ jetzt in Sankt Pölten auf die Anklagebank.

"Horch, was kommt von draußen rein … Hausbesuche vom Fachmann seit 1933" hatte ein Polizist (53) aus NÖ auf Facebook geschrieben und dazu ein Bild von Wehrmachtsoldaten, die ein Haus stürmen, gepostet.

Wegen eines Verstoßes gegen das Verbotsgesetz landete der Exekutivbeamte diese Woche in St. Pölten vor Gericht: Mit braunem Sumpf will er freilich nichts zu tun haben. Er erzählte beim Prozess von "Gedenken an seinen Großvater". Aber: Ermittler hatten bei dem Beamten zu Hause CDs mit Marschmusik der Waffen-SS, Helme und Kappen mit Reichsadler, Kriegstagebücher und Hitlerwein gefunden.

"Der gehört bei Keller-Nazis zum Standardrepertoire", meinte der Staatsanwalt jetzt vor Gericht. Das Urteil im St. Pöltner Schwurgerichtsprozess: ein Jahr bedingte Strafe (nicht rechtskräftig). Sollte es bei diesem Urteil bleiben, darf der Beamte weiter Polizist bleiben - ein Disziplinarverfahren wird es sicherlich geben.

(Lie)

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
St. Pölten-Wahl 2021Good NewsNiederösterreichProzess

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen