Österreich

Polizist hört am Telefon Mord mit

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:09

Als ihr Ex-Mann die Wohnungstür eintrat, wählte Rosanda C. (53) den Notruf. Dann flüchtete sie mit ihrem Handy ins Schlafzimmer, um sich dort in einem Kleiderkasten zu verstecken. Kurz darauf hörte der Beamte am Telefon sieben Schüsse. Minuten später waren Streifenwagen am Tatort in Kalsdorf bei Graz.

Da saß der gebürtige Bosnier Hussein C. (54) mit einer Pistole in der Hand auf einer Couch und starrte apathisch auf den eingeschalteten Fernseher. Sein Opfer war bereits tot. Vor Jahren schon wurde das Paar geschieden, lebte aber immer wieder zusammen. Im Frühling 2016 wollte Rosanda die endgültige Trennung – und setzte ihren Ex vor die Tür. Nachbarn hörten Hussein C. daraufhin oft toben und drohen. Am 21. Juni drehte er mörderisch durch.

Am Mittwoch vor Gericht in Graz sprach Staatsanwältin Reingard Wagner von einer "Exekution". Der Angeklagte beteuerte, er könne sich an nichts erinnern – weder an den Waffenkauf, noch an die Tat. Laut seinem Anwalt Gunther Ledolter Indiz einer psychotischen Störung, verursacht durch ständige Einnahme starker Medikamente. Für Gerichtsgutachter Manfred Walzl aber war der Täter zurechnungsfähig. Richterin Angelika Hacker vertagte schließlich am Abend auf den 3. Februar, da noch einige Gutachten erläutert werden müssen.

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