Polizisten bedroht: Prinz kam nicht zur Einvernahme

Prinz Ernst August vor seinem Jagdhaus im Salzkammergut
Prinz Ernst August vor seinem Jagdhaus im SalzkammergutKrone/Klemens Fellner
Prinz Ernst August soll in Oberösterreich Polizisten mit einem Baseballschläger bedroht haben. Zur persönlichen Einvernahme dazu erschien er nicht.

Es war im Grunde zu erwarten. Trotz Ladung der Staatsanwaltschaft Wels verzichtete Prinz Ernst August (66) von Hannover auf eine persönliche Einvernahme bei der Polizei. Und ließ stattdessen einen Brief von seiner Anwaltskanzlei schicken.

"Die Stellungnahme zu den Vorwürfen erfolgte schriftlich über den Verteidiger", so Barbara Rumplmayr von der Staatsanwaltschaft Wels gegenüber "Heute". Eine Möglichkeit, die rechtlich durchaus in Ordnung ist.

"Ermittlungsverfahren läuft weiter"

Zum Inhalt der Stellungnahme kann Rumplmayr allerdings nichts sagen, nur so viel: "Das Ermittlungsverfahren läuft weiter." Und zwar wegen wegen gefährlicher Drohung, schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Ob Anklage erhoben wird, wird man in etwa vier Wochen wissen. Unklar ist auch noch, ob ein psychiatrisches Gutachten beantragt wird. Laut Staatsanwaltschaft drohen ihm im Falle einer Verurteilung übrigens bis zu drei Jahre Gefängnis.

Und darum geht's bei den Ermittlungen: Der Welfenprinz (er ist der Urenkel des letzten deutschen Kaisers) soll Mitte Juli Polizisten in seiner Wahlheimat Grünau im Almtal (Bez. Gmunden) mit einem Baseballschläger bedroht und wüst beschimpft haben.

Skandal-Prinz soll Polizisten bedroht haben

Er sei zunächst zur Polizeiinspektion Scharnstein gefahren, die allerdings unbesetzt war – weil die Beamten eine Verkehrskontrolle durchführten. Als er bei der Weiterfahrt die Polizisten sah, soll er sie mit dem Baseballschläger bedroht haben.

Doch: Warum wollte er eigentlich zur Polizeiinspektion Scharnstein? Vermutlich, um dort Anzeige wegen Polizeigewalt zu erstatten. Denn: Einige Tage zuvor hatte er die Polizei in sein Jagdhaus gerufen: Ihm gehe es nicht gut, sagte er dem Notruf.

Als die Beamten dann da waren, soll der Prinz aggressiv gegen sie vorgegangen sein. Laut Protokoll hat der Prinz einen Beamten am Kopf gepackt, mit einem Messerschleifer bedroht und den anderen Polizisten geohrfeigt haben.

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Daraufhin holten die Polizisten einen Arzt, der wies Prinz Ernst August in die psychiatrische Abteilung des Spitals in Vöcklabruck ein.

Tags darauf meldete sich der Prinz bei der "Krone", behauptete, von den Polizisten geschlagen worden zu sein.

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