Polizisten-Killer 45 Jahre lang auf der Flucht

Der Japaner Masaaki Osaka wird seit 45 Jahren wegen Mordes an einem Polizisten gesucht. Erst jetzt konnte er - durch Zufall - verhaftet werden.

In ganz Japan hängen schon 45 Jahre lang die Fahndungsfotos, mit denen der mutmaßliche Polizistenmörder und Linksextremist Masaaki Osaka gesucht wird.

Der ehemalige Kommunistenführer soll einen 21-jährigen Polizeibeamten während einer Protestveranstaltung in Tokyo im Jahr 1971 zuerst mit einer Eisenstange geschlagen und anschließend mit einem Molotow-Cocktail angezündet und getötet haben.

Seitdem ist er auf der Flucht. Kein anderer Verdächtiger hat es so lange geschafft, dem Gesetz zu entkommen, schreiben japanische Medien.

Immer noch Kommunist

Seiner Überzeugung ist Osaka offenbar all die Jahre lang treu geblieben. Die Polizei konnte ihn im vergangenen Monat in einer Wohnung der kommunistischen Gruppe Chukaku-ha verhaften. Seine lange Flucht wurde ihm offenbar von Gesinnungsgenossen ermöglicht.

Wer ihnen da ins Netz gegangen ist, war den Polizisten zunächst nicht klar. Zumal der Verdächtige schon längst keine Ähnlichkeit mehr mit seinem 45 Jahre alten Fahndungsfoto hat. Osaka wurde vor etwa einem Monat zufällig wegen Behinderung der Polizeiarbeit festgenommen.

Erst etwas später dämmerte es den Beamten. DNA-Tests waren notwendig, um Osaka überführen, weil es vom damaligen Tatort keine Fingerabdrücke gibt.

Mord verjährt nicht

Dem Mordprozess kann Osaka auch nach 45 Jahren nicht entrinnen. Während er auf der Flucht war, wurde das Gesetz geändert. 2010 fiel die 15-Jahres-Frist, Mord verjährt in Japan nicht mehr. Osaka droht nun Gefängnis. (csc)

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