Polizisten umzingelt: So steigt die Aggressivität an

In Wien kam es die jüngsten Tage vermehrt zu Zwischenfällen, in denen Männergruppen sich aggressiv gegenüber Polizisten zeigten. Ein Überblick.
Den unrühmlichen Auftakt der Zwischenfälle stellte ein Polizeieinsatz Ende Juni in Alt-Erlaa dar. Jugendliche tschetschenischer und afghanischer Abstammung umkreisten die Polizei. Sie rissen an Uniformen von mehreren Beamten, Polizisten wurden getreten und mit der Faust geschlagen. Die Art und Weise, wie Gewalt ausgeübt wird, die "Einkesselung", erinnert auch an die Vorfälle der Silvesternacht in Köln im Jahr 2015.

Dort hatten sich auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs etwa 1.000 Menschen versammelt, nach Aussagen der Polizei hauptsächlich junge Männer. Viele seien vom Alkohol enthemmt gewesen und hätten unkontrolliert Feuerwerkskörper abgebrannt. Die Stimmung sei aggressiv gewesen. Aus dieser Menschenmenge heraus seien Frauen umzingelt, angefasst und bestohlen worden.

"Aggressivität wird mehr"

"Die Aggressivität wird mehr, nicht nur gegen Polizisten, das ist gesamtgesellschaftlich zu beobachten", bestätigt Polizeigewerkschafter Hermann Greylinger gegenüber "Die Presse". Rund 1.000 verletzte Beamte werden pro Jahr verzeichnet, der steigenden Gewalt müsse man mit Deeskalation begegnen.

Weiter ging es am 3. Juli gegen 17:15 Uhr in der Braunhirschengasse in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus. Beamte wurden in eine Parkanlage gerufen, weil dort angeblich Suchtgift konsumiert wurde. Aus diesem Grund führten die Polizisten eine Bestreifung des Parks durch, um sich selbst ein Lagebild zu verschaffen.

CommentCreated with Sketch.80 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Bisheriger Höhepunkt

Als sie einen provokanten 21-jährigen Syrer wegen unbezahlter Strafakte festnehmen wollten, wurden die Polizisten von rund 30 Personen umzingelt, mussten die wütende Gruppe mit dem Ziehen der Dienstwaffen auf Abstand halten. Erst mit Eintreffen der Verstärkung konnte die Lage beruhigt und der 21-Jährige festgenommen werden.

Bisheriger Höhepunkt der Gewalt gegen die Polizei: Beamte wollten am Sonntag um 4.30 Uhr früh einen Streit in der City schlichten. Eine Frau beschimpfte einen Mann und schlug ihm mit der Faust in Gesicht. Da die Frau immer aggressiver wurde, wollten die Polizisten sie festnehmen. Plötzlich stürmten rund 20 bis 25 Männer schreiend und wild gestikulierend aus einem Club, wollten die Festnahme verhindern.

Wieder verletzter Beamter

Die Polizisten forderten umgehend Verstärkung an und versuchten, die Männer auf Distanz zu halten. Darunter waren zwei Männer (25, 28, österreichische Staatsbürger), die versuchten, einen der Beamten in die Personengruppe zu ziehen. In weiterer Folge trafen sieben Funkmittel zur Verstärkung ein.

Die beiden Männer konnten dabei angehalten und festgenommen werden. Als der 28-Jährige in das Fahrzeug gebracht, und die Türe geschlossen wurde, begann dieser zu schreien und gegen die Innentüre zu treten, sodass die Tür zerstört wurde, und ein weiterer Arrestantenwagen verständigt werden musste. Auf der gesamten Fahrt bis zum Polizeianhaltezentrum randalierten die beiden Männer. Sie traten und schlugen mit den Köpfen gegen die Türen und Wände der Wagenzelle. (rfi)

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