Polizistin erkannte Lenker ohne Schein: Wilde Hatz

Der 20-Jährige vor Gericht in Korneuburg.
Der 20-Jährige vor Gericht in Korneuburg.Bild: privat

Weil ein notorischer "Schwarzfahrer" beim Lenken eines Autos von einer Polizistin erkannt worden war, nahm die Exekutive die Verfolgung auf. Der 20-Jährige riskierte sein und fremde Leben.

Erst am Vortag hatte eine Polizeibeamtin (26) den Akt eines 20-Jährigen wegen Fahrens ohne Führerschein zur Seite gelegt und sich am nächsten Tag selbst in den Streifenwagen gesetzt, da kam ihr während der Fahrt der 20-Jährige in einem Audi entgegen.

Die Beamtin schlug sofort Alarm, nahm die Verfolgung auf – eine halsbrecherische Hatz durch Wien und Schwechat (Bezirk Bruck) folgte: Der 20-Jährige missachtete Ampeln und Verkehrszeichen, raste mit Tempo 120 durchs Ortsgebiet, kam immer wieder auf die Gegenfahrbahn, gefährdete einen Linienbus und mähte fast Fußgänger nieder. Einige Zivilisten mussten sich mit einem Hechtsprung zur Seite retten.

Bei einer Straßensperre in Schwechat (Bezirk Bruck) setzte der Amokfahrer alles auf eine Karte und fuhr auf den querstehenden Streifenwagen zu, die Lenkerin des Polizeiautos wich im letzten Moment aus. Der Wiener sprang aus dem Wagen, flüchtete zu Fuß, wurde aber schnell ausgeforscht und gefasst.

9 Monate bedingt

Vor Gericht diese Woche am Landesgericht Korneuburg leugnete der 20-Jährige beharrlich: „Das muss wer anderer gewesen sein". Erst als der Richter den Angeklagten ermahnte, nicht noch Familienmitglieder hineinzuziehen, legte der Gasfuß ein Geständnis ab: "Eben weil ich schon wegen Fahrens ohne Führerschein erwischt wurde", so der 20-jährige Simmeringer. Das Urteil (nicht rechtskräftig): Neun Monate bedingte Haft. „Ohne Geständnis hätte ich Sie einsperren lassen", sagte Richter Rainer Klebermaß. (Lie)

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