Slavisa Stevic feuert derzeit aus allen Wasserschläuchen. Im Akkord werden Autos eingeschäumt, Scheiben abgespritzt und der Lack poliert. Der Wiener betreibt an der Linken Wienzeile in Wien-Mariahilf eine Autowaschanlage – und kann sich momentan vor Kunden kaum erwehren: "Der Pollenflug und der Sahara-Staub ist für viele Autobesitzer ein großes Ärgernis. Für mich und meinen Betrieb ist es aber ein Glücksfall. Ich habe derzeit rund 50 Prozent mehr Kundschaft", so Stevic zu "Heute".
Der Sahara-Staub sei kein neues Phänomen, so der Profi-Autowäscher. "Früher waren das aber immer nur ein paar Tage im Jahr, an denen das so arg war. Jetzt haben wir den Staub aber schon fast ein Monat", weiß Stevic. Das Problem mit dem Wüsten-Staub sei, dass dieser sehr aggressiv ist und den Autolack nachhaltig angreift: "Das frisst sich richtig hinein, wenn man das Auto nicht regelmäßig reinigt", weiß der Profi.
Manche Kunden würden sogar mehrmals die Woche kommen, weil sie den Anblick ihres eingestaubten Fahrzeugs einfach nicht ertragen. Dabei greifen sie dann aber meist nicht auf die teureren Luxus-Programme, sondern auf günstigere Schnellwäschen zurück. "Schließlich hält die Freude über das frisch gewaschene Auto bei den derzeitigen Verhältnissen oft nur einen Tag – wenn überhaupt", weiß Stevic.
Gute Nachricht: Zumindest in seiner Waschstraße in Wien-Mariahilf ist die Autowäsche trotz der extrem gestiegenen Energiepreise nicht teurer geworden. "Wir werden die Preise aus heutiger Sicht heuer auch nicht mehr erhöhen", verspricht der Autowasch-Profi.
Auch bei den Waschstraßen der OMV-Tankstellen herrscht derzeit Hochbetrieb: "Wie bei Schönwetter und dieser Jahreszeit üblich, können wir eine gute Frequenz an unseren Waschstraßen bestätigen", heißt es von der Pressestelle zu "Heute".
Und bei den Gebäudereinigungsfirmen laufen derzeit ebenfalls die Telefone heiß: "Es sind natürlich in erster Linie die Glasflächen, aber es sind auch andere Bereiche, die im Freien sind und wo sich der Blütenstaub überall niederlegt. Die Anfragen sind wesentlich stärker geworden, ich möchte meinen, 25 bis 30 Prozent mehr. Man versucht natürlich, diese Aufträge abzuarbeiten zu den bereits bestehenden Fixaufträgen“, sagt zum Beispiel Landesinnungsmeister Gerfried Kapaun von der Wirtschaftskammer Steiermark gegenüber "ORF.at".