Porno-Politikerin über ihre Karriere: "Bereue es sehr"

Ex-Pornodarstellerin Jasmin Maeder will in der Schweiz für die rechtsextreme Pnos ins Parlament. Nun spricht sie über ihre Vergangenheit im Erotik-Business.
Weshalb kandidiert eine Ex-Pornodarstellerin für das Schweizer Parlament?

Ich kandidiere für den Nationalrat, weil ich in der Schweiz etwas verändern will. Ob ich früher Pornodarstellerin war oder nicht, ist für mich nebensächlich.

Ihre Partei, die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), verurteilt in ihrem Parteiprogramm Pornografie scharf. Der Schutz der Jugend vor Drogen und Pornografie ist ein Pfeiler der Pnos-Ideologie. Wie lässt sich das mit Ihrer Kandidatur vereinbaren?

Die Pnos verurteilt die Pornografie nicht. Die Pnos verurteilt den mangelnden Jugendschutz in Bezug auf die Pornografie. Auch ich bin der Meinung, dass erst Erwachsene richtig über Pornografie urteilen können. Hier sollte viel stärker Prävention betrieben werden, damit Kinder nicht an pornografische Darstellungen geraten.

"Ich war jung und mir wurde das Blaue vom Himmel versprochen."


Rechtsextrem, aber nicht verboten

Die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) wurde im Jahr 2001 vom Schweizer Bundesamt für Polizei als rechtsextreme Organisation eingestuft. Verboten ist die Partei nicht. Allerdings sind in der Vergangenheit mehrere Mitglieder wegen Rassendiskriminierung verurteilt worden.
Wieso sind Ihre Filme dann noch leicht im Netz zu finden? Sie könnten Sie doch löschen lassen.

Mir wurde damals versprochen, dass die Filme nur im asiatischen Raum verbreitet werden. Außerdem ist es sehr schwierig, diese Sequenzen wieder vom Netz zu bekommen. Leider sind die Rechte des Films nicht bei mir, das erschwert die ganze Sache sehr. Rechtliche Schritte habe ich bereits geprüft.

CommentCreated with Sketch.13 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. In wie vielen Filmen haben Sie mitgespielt? Bereuen Sie es heute ernsthaft?

Ich habe in sechs Kurzfilmen mitgespielt. Ich bereue es sehr, jedoch ist es auch Teil meiner Vergangenheit, aus der ich viel gelernt habe.

Wie sind Sie in die Pornoszene gekommen?

Ich war jung und mir wurde das Blaue vom Himmel versprochen. Ich war sehr leichtgläubig und muss jetzt für meinen Fehler geradestehen.

Auf Facebook schreiben Ihnen viele Männer gesetzten Alters, die sehr rechts stehen. Genießen Sie diese Aufmerksamkeit?

Ich bin eine junge und selbstbewusste Schweizerin. Ich sehe die Kommentare und freue mich selbstverständlich über positive Äußerungen über mein Aussehen. Jedoch weiß ich auch, dass die Leistungen zählen und nicht das Aussehen.

Noch nie hat es ein Pnos-Vertreter nach Bern geschafft. Warum kandidieren Sie, wo Sie doch nicht gewählt werden?

Die Pnos ist im Verhältnis noch eine junge Partei. Sie hat einen enormen Charakterwechsel durchlebt und ist eine Partei des modernen Nationalismus geworden. Ich stehe zu den Werten, die die Pnos vertritt, also werde ich auch für die Pnos antreten und nicht für eine andere Partei, bei der ich vielleicht mehr Chancen hätte.

Die Pnos sagt, Sie seien ein Blickfang für die Partei. Warum lassen Sie sich von einer rechtsextremen Partei vor den Karren spannen?

Ich lasse mich nicht vor den Karren spannen. Ich habe mich entschieden, bei der Pnos Verantwortung zu übernehmen, und mache dies im Vordergrund. Ich mache es aus Überzeugung.

(20Min/daw/eke)

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