Porno-Werbung für vegane Pillen spaltet das Netz

Eine Pharmafirma bewirbt vegane Nahrunsgergänzung mit plumpem Sex-Sujet.
Eine Pharmafirma bewirbt vegane Nahrunsgergänzung mit plumpem Sex-Sujet.
Gall Pharma/Facebook
Werbung unter der Gürtellinie oder ein platter Marketing-Gag, der aber funktioniert? Grünen-Frauensprecherin Meri Disoski geht gegen die sexistische Werbung einer Pharmafirma vor.

Mit geschlossenen Augen genießt eine attraktive Frau die Nähe einer großen, geschälten Banane zu ihrem Gesicht. Stark geschminkt und oben ohne, schmiegt sie das verführerische Obst lasziv an sich. Was an eine erotische Fotostory aus einschlägigen Magazinen der 80er Jahre erinnert, ist ein brandaktueller Werbe-Flyer eines heimischen Pharmaunternehmens. Es geht nicht etwa um Sex-Pillen. Gall Pharma Austria informiert Apotheken mit dem Porno-Sujet über neue, vegane Nahrunsgergänzungsmittel. Sex sells, aber muss es denn so billig sein?

Für Grünen-Frauensprecherin Meri Disoski ist die sexistische Werbung nicht nur geschmacklos, sondern schlicht untragbar. "Das ist leider kein Fake", sagt die Politikerin zu "Heute". Sie hat einen offenen Brief an Gall Pharma Austria geschrieben, den sie nun im Netz teilt: "Zwischen der Titelseite ihres Flyers und den beworbenen Produkten ist nicht nur kein Zusammenhang festzustellen, vielmehr benutzen sie eine Frau als sexualisierten Blickfang für ihre Produkte", schreibt die Politikerin.

Obst statt Penis

Und: "Die Anleihen an pornografischer Ästhetik sind genauso evident wie plump. 'Wir machen’s jetzt vegan' – also mit einer veganen Banane, statt mit einem erigierten Penis aus Fleisch? Ich weise Sie darauf hin, dass ihre Werbung gegen den Ethik-Kodex des Österreichischen Werberates verstößt."

Disoski hat das Sujet beim Werberat beanstandet. Und sie will noch einen Schritt weitergehen: "Wir brauchen eine gesetzliche Regelung auf Bundesebene, um sexistische Werbung zu verbieten", fordert sie.

Banane spaltet Netz

Auch in sozialen Medien sorgt die Bananen-Causa für reichlich Gesprächsstoff. Die Mehrheit der Frauen schließen sich der Grünen-Politikerin in ihrer Kritik an: "Geht gar nicht", "jenseitig", "grottenschlecht" und "eine Frechheit" heißt es dazu etwa auf Facebook.

Andere verstehen die Aufregung nicht: "Wir sind doch alle erwachsen, regt euch nicht so auf", schreibt eine Userin. Und für viele ist es schlicht Marketing, das funktioniert. "Vorher kannte niemand die Pharma-Firma. Durch die Banane ist sie in aller Munde", kommentiert eine Leserin augenzwinkernd.

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