Positive Zwischenbilanz für Wiener "Schulstraße"

Seit 10. September läuft in Wien-Leopoldstadt das Pilotprojekt "Schulstraße". Nach der positiven Zwischenbilanz könnte es bald ausgeweitet werden.
Seit 10. September läuft in Wien-Leopoldstadt das Pilotprojekt "Schulstraße". Nach der positiven Zwischenbilanz könnte es bald ausgeweitet werden.Bild: Helmut Graf
Seit 10.September gilt vor einer Wiener Volksschule ein temporäres Fahrverbot. Damit soll die Schulwegsicherheit erhöht werden.

Mitte September startete vor der Ganztages-Volksschule (GTVS) in der Vereinsgasse (Leopoldstadt) das Pilotprojekt "Schulstraße". Um den Kindern einen sicheren Zugang zur Schule zu ermöglichen, galt in der Zeit zwischen 7.45 und 8.15 Uhr ein temporäres Fahrverbot vor dem Schuleingang.

Das Projekt ist eine Kooperation aus Bezirk, Stadt Wien und der Mobilitätsagentur und läuft noch bis 2. November. Doch schon jetzt kann Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne) eine positive Zwischenbilanz ziehen. "Insgesamt hat es nur vier Beschwerden gegeben und keine davon bezog sich auf das Projekt selbst. Kritisiert wurde nur, dass über den Probelauf nicht schriftlich informiert wurde", erklärte Lichtenegger im Gespräch mit "ORF Wien".

Projekt mit einzelnen Schwachstellen

Trotz des positiven Feedbacks hätten sich jedoch auch Schwachstellen gezeigt, so Lichtenegger weiter. Dazu zähle etwa, dass Autofahrer das Fahrverbot missachten, sobald die Sperren mit Scherengitter weg sein. Offenbar ist die Kennzeichnung über Verkehrszeichen hier zu wenig, so Lichtenegger, die sich nun Unterstützung bei der Grätzlpolizei erhofft. Eine neue Regelung müsse auch für Fahrer mit Behindertenausweisen gefunden werden.

Ausgewertet sollen die Erfahrungen mit der Schulstraße über die Herbstferien, danach werde auch entschieden, ob die Schulstraße zu einer fixen Einrichtung wird. Lichtenegger selbst wünscht sich jedenfalls einen Verbleib, weil der Schulweg dadurch einfach sicherer werde.

Bereits Überlegungen zur Ausweitung

Da die Schulstraße so gut anlief, wird bereits über eine Ausweitung nachgedacht. Der ORF Wien zitiert die Leiterin der GTVS Gabriele Lener, nach der sich viele Eltern auch ein temporäres Fahrverbot zu Schulschluss, also zwischen 16 und 17.30 Uhr wünschen.

Aber auch in anderen Bezirken könnte es bald Schulstraßen geben. So hatte bereits der Bezirksvorsteher von Neubau Markus Reiter (Grüne) Interesse signalisiert, als konkrete Beispiele nannte er die Volksschule in der Stiftgasse und die Neue Mittelschule/Gymnasium in der Kandlgasse.

Vorstellbar sind Schulstraßen auch im ebenfalls grün-regierten Währing. "Eine Schulstraße kann ein sinnvolles zusätzliches Instrument sein, um die Schulwegsicherheit zu erhöhen", erklärte Bezirksvorsteherin Silvia Nossek. Der Bezirk setze aber auch jenseits der Schulstraßen Maßnahmen, damit Schülern sichere Schulwege zur Verfügung stehen. Als Beispiel nannte Nossek die Neugestaltung des Schulvorplatzes vor der Bunten Schule in der Schulgasse 57.

Bis Ende 2018 soll der Schulvorplatz zwischen Leitermayergasse und Teschnergasse komplett autofrei werden. Für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, soll es in unmittelbarer Nähe der Schule eine "Eltern-Haltestelle" geben. (lok)

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