Präsident Ghani floh mit 169 Millionen nach Abu Dhabi

Ashraf Ghani
Ashraf GhaniRahmatullah Alizadah Xinhua / Eyevine / picturedesk.com
Der frühere afghanische Präsident Ashraf Ghani befindet sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ghani flüchtete am Sonntag mit viel Geld.

Der aus Afghanistan geflüchtete Präsident Aschraf Ghani ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgenommen worden. Das Außenministerium des Golfstaats bestätigte am Mittwoch, dass das Land ihn und seine Familie "aus humanitären Gründen" aufgenommen habe. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Ghani in der Hauptstadt Abu Dhabi gesichtet worden sein soll.

Der bisherige Vizepräsident Afghanistans, Amrullah Saleh, hatte sich am Dienstag bei Twitter zum Übergangspräsidenten seines Landes erklärt und auf die Verfassung verwiesen. De facto haben aber die Taliban in Afghanistan die Macht übernommen.

Wie BBC-Journalist Kawoon Khamoosh auf Twitter schreibt, soll Ex-Präsident Ghani bei seiner Flucht aus Afghanistan 169 Millionen US-Dollar außer Landes gebracht haben. Der Journalist verweist dabei auf den afghanischen Botschafter in Tadschikistan.

Afghanen werfen Ghani die Zerstörung des Landes vor

Ghani hatte das Land angesichts des Vormarsches der militant-islamistischen Taliban am Sonntag verlassen. Viele Afghanen reagierten wütend und warfen ihm die Zerstörung des Landes vor. Er rechtfertigte seine Flucht damit, dass andernfalls zahlreiche Landsleute den Märtyrertod erlitten hätten und die Hauptstadt Kabul zerstört worden wäre.

Die Taliban hätten in der Vergangenheit erklärt, dass sie bereit seien, blutige Angriffe in Kabul zu verüben, um ihn von der Macht zu vertreiben. "Ich entschied mich zu gehen, um dieses Blutvergießen zu verhindern", so Ghani. Lokale Medien hatten zunächst berichtet, er sei nach Tadschikistan geflogen.

In Afghanistan herrscht seit 200 Jahren ein nie endender Krieg. 1839 marschierte das britische Empire als erste Weltmacht der Neuzeit in Afghanistan ein und versuchte, das Gebiet unter seine Herrschaft zu bringen. Es scheiterte genauso wie später die Sowjetunion und die USA. Wie sich die Lage über die letzten rund 200 Jahre entwickelt hat, erfährst du in der Bildstrecke.

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