14 Getötete

Prager Amokopfer war junger Wiener Oberministrant

Die Pfarre Unterheiligenstadt und ganz Wien trauert: Eines der Opfer des Amokläufers von Prag war ein 34-jähriger Oberministrant.

Newsdesk Heute
Prager Amokopfer war junger Wiener Oberministrant
Adam Jurák gemeinsam mit seinem Vater František beim letzten Fronleichnamsfest.
Pfarre Unterheiligenstadt

Wie am Heiligen Abend bekannt wurde, befindet sich unter den 14 Todesopfern des Prager Amoklaufs auch ein Tscheche, der in Wien lebte. Adam Jurák, der Oberministrant der Wiener Pfarre Unterheiligenstadt, hielt sich am letzten Donnerstag studienbedingt an der Prager Universität auf, an der es nachmittags zum folgenschweren Amoklauf kam. J. war zum Zeitpunkt des Amoklaufs in seiner Heimatstadt Prag, um sein Dolmetscher-Studium abzuschließen.

Die Pfarre Unterheiligenstadt hat einen emotionalen Nachruf veröffentlicht: "Der 34-jährige Tscheche bewohnte ein Zimmer im Pfarrhaus und war einer der Aktivposten der Döblinger Pfarrgemeinde. Kein Festgottesdienst, bei dem er nicht das Weihrauchfass schwang oder mit dem Kreuz voranging. Darüber hinaus galt er als hilfsbereiter Anpacker, der bei Pfarrfesten gerne mit tschechischem Bier oder selbstgemachtem Punsch für fröhliche Stimmung sorgte. Die letzten Wochen verbrachte Adam Jurák studienbedingt in seiner Prager Heimatstadt, um dort sein Tschechisch-Deutsch-Dolmetsch-Masterstudium zu finalisieren.

1/11
Gehe zur Galerie
    Gedenken an die Opfer: Menschen bringen Kerzen und Blumen zur der Karlsuniversität, wo David K. 14 Menschen erschoss.
    Gedenken an die Opfer: Menschen bringen Kerzen und Blumen zur der Karlsuniversität, wo David K. 14 Menschen erschoss.
    MICHAL CIZEK / AFP / picturedesk.com

    "Unter diesen Umständen fällt es den Gemeindemitgliedern der Pfarre Unterheiligenstadt schwer, die Weihnachtsfreude so unbeschwert zu erleben wie sonst. Die Nachricht vom Tod des beliebten Ministranten löste eine regelrechte Schockwelle und große Bestürzung aus. Adam war durch seine freundliche und hilfsbereite Art bei allen sehr beliebt. Wir können es nicht fassen, dass er zur falschen Zeit am falschen Ort war und deshalb viel zu früh aus unserer Mitte gerissen wurde", fasst es Markus Lahner, Leiter der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeit in Unterheiligenstadt, zusammen.

    Schon Anfang Dezember hatte die an der Heiligenstädter Straße gelegene Pfarre einen weiteren Verlust zu beklagen: Mit Hans Mayer verstarb der langjährige Mesner, der zuletzt kaum mehr gehen konnte, sich aber dennoch Sonntag für Sonntag unter großen Anstrengungen in die Kirche schleppte.

    red
    Akt.
    Mehr zum Thema