Der rechtsgerichtete paraguayische Präsidentschaftskandidat Lino Oviedo ist bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Das teilte der Präsident des südamerikanischen Landes, Federico Franco, mit. Der Hubschrauber mit dem 69-jährigen General im Ruhestand und ehemaligen Putschisten verunglückte Medienberichten zufolge rund 280 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Asunción. Oviedo, der Pilot und ein Leibwächter seien tot aufgefunden worden.
Der Hubschrauber war am späten Samstagabend (Ortszeit) als vermisst gemeldet worden. Oviedo hatte an einem Wahlkampftreffen in Concepción, etwa 130 Kilometer östlich vom Unfallort, teilgenommen. In Paraguay sind für den 13. April Wahlen geplant.
Oviedo war 1989 war am Sturz des paraguayischen Diktators Alfredo Stroessner beteiligt. 1996 ließ Präsident Juan Carlos Wasmosy Oviedo wegen eines Putschversuches inhaftieren. 1998 wurde Oviedo freigelassen und ging ins Exil, zuerst nach Argentinien, dann nach Brasilien. Bei seiner Rückkehr nach Paraguay am 28. Juni 2004 wurde er erneut inhaftiert, um den Rest seiner ehemals zehnjährigen Haftstrafe wegen seines Putschversuchs abzusitzen.
2007 wurde er aus der Haft entlassen und trat bei den Präsidentschaftswahlen 2008 an. Er bekam 22 Prozent der Stimmen. Sieger wurde der linke Ex-Bischof Fernando Lugo mit etwas über 40 Prozent der Stimmen.
Im Juni 2012 wurde Lugo vom Parlament abgesetzt. Hintergrund war der Tod von 17 Menschen bei einem Polizeieinsatz gegen Landbesetzer. An seiner Stelle wurde Vizepräsident Franco zum Staatschef ernannt.