Prater-Stecher plante angeblich Amoklauf

Jafar S. (23) soll Amoklauf in Wien-Leopoldstadt geplant haben.
Jafar S. (23) soll Amoklauf in Wien-Leopoldstadt geplant haben.Bild: Sabine Hertel
Jafar S. ist laut Gutachter zurechnungsfähig, soll aber einen Amoklauf geplant haben. Grund: Ein Portier wollte Sex mit ihm haben.
Jafar S. (23) soll Anfang März in der Praterstraße in Wien-Leopoldstadt eine Arztfamilie niedergestochen haben, dann attackierte der Afghane noch einen Landsmann am Praterstern – wir berichteten. Nun werden immer mehr Details des psychiatrischen Gutachtens bekannt. Laut APA hätte es noch mehr Verletzte oder sogar Tote geben können. Der Asylwerber gilt zwar als zurechnungsfähig, er soll aber einen Amoklauf geplant haben. Grund dafür seinen Kränkungen und Frust gewesen, so der Psychiater Peter Hofmann in seinem Gutachten.

Afghane wollte Rache, weil ihn Portier "schwul" nannte

Jafar S. wollte sich angeblich rächen. Der Mann lebte nach seiner Entlassung aus der Haft im Dezember 2017 auf der Straße. Gelegentlich übernachtete er bei Bekannten. Ein Portier bot ihm einmal einen Schlafplatz in einem Hotel am Nestroyplatz an, soll dafür aber Sex verlangt haben. Als der Asylwerber ablehnte, warf ihn der Portier hinaus. Jafar S. musste die Nacht in der klirrenden Kälte verbringen.

Am Abend des 7. März plante er eine Attacke auf den Portier. "Ich wollte ihn mit dem Messer verletzen, damit er mir nie wieder im Leben sagt, dass ich schwul bin", erklärter er laut APA angeblich der Polizei. Doch dazu kam es nicht: Bevor er das Hotel erreichte, begegnete ihm zufällig die Arztfamilie. Weil der Afghane glaubte, der Arzt, seine Frau und die Tochter würden ihn auslachen, drehte er durch und stach zu. Danach schlug er die Scheibe ein – das Lokal wurde daraufhin von innen zugesperrt.

Dann wollte er am Praterstern einen Landsmann töten, der ihn mit Kokain in Kontakt gebracht hatte. Als er ihn bei einem Imbissstand sah, stach er sofort zu. Danach hätte er es noch auf Afrikaner in der U2-Station abgesehen gehabt. Doch die Polizei konnte weitere Gewalttaten verhindern. Der Mann ist in Haft.

(pet)

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