Praxis zu klein, Kinderärztin legt Kassenvertrag zurück

Kinderärztin Monika Peter aus Wr. Neustadt legte ihren Kassenvertrag zurück.
Kinderärztin Monika Peter aus Wr. Neustadt legte ihren Kassenvertrag zurück.kinderartz.net
In Wiener Neustadt legte Kinderärztin Monika Peter ihren Kassenvertrag zurück. Rund 1.000 Patienten mit ÖGK-Vertrag sind davon betroffen.

Seit drei Jahren bemüht sich Kinderärztin Monika Peter aus Wr. Neustadt um eine größere Praxis. Grund: Der starke Zuzug und der Bevölkerungswachstum. Die engagierte Medizinerin führte zahlreiche Gespräche unter anderem mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), doch letztendlich konnte keine Lösung gefunden werden. Somit legte sie ihren Kassenvertrag zurück und steht seit 1. April nur mehr als Wahlärztin zur Verfügung. 

"Gehe nicht in Pension"

"Manche erzählten, dass ich mit 43 Jahren in Pension gehe, dem ist nicht so", dementiert Peter Gerüchte. Schweren Herzens musste sie aus räumlichen Gründen ihren Kassenvertrag zurücklegen. "Ich habe mich darum bemüht, die Kinderversorgung in Wr. Neustadt langfristig sicherzustellen. Durch den starken Zuzug und das Bevölkerungswachstum im Raum Wiener Neustadt hat sich die Situation in den letzten Jahren dramatisch zugespitzt. Der Andrang war leider derart groß, dass dringend neue Räumlichkeiten benötigt wurden", berichtet die Kinderärztin.  Der Kassenvertrag wurde von ihr im Dezember 2021 gekündigt und ist seit Jänner 2022 von der Ärztekammer neu ausgeschrieben.

Kinderärztin Monika Peter ist ab sofort Wahlärztin.
Kinderärztin Monika Peter ist ab sofort Wahlärztin.kinderarzt.net

Für die Patienten der kleinen Kassen (BVA, SVA, KFA) ändert sich nichts. Diese werden weiterhin wie gewohnt behandelt und über die Krankenkasse abgerechnet. Für die ÖGK Patienten steht sie ab 1. April, als Wahlärztin zur Verfügung. Sie schätzt, dass rund 1.000 Patienten davon betroffen sind. Diese können - wenn sie wollen - auf die Kinderarztpraxen von Frau Dr. Chovancova und Herrn Dr. Mittermayr ausweichen.

Besonders hoher Platzbedarf

Die ÖGK hat in Gesprächen mit Peter ihre Unterstützung zugesagt, doch das Projekt ist leider trotzdem gescheitert, da in Wr. Neustadt kein geeignetes Objekt gefunden werden konnte. "Das von der Stadt geplante Ärztezentrum ist aus meiner Sicht für einen Kinderkassenarzt nur bedingt geeignet und im Rahmen einer Kinderkassenordination schwer finanzierbar. Kinderfachärzte haben leider einen besonders hohen Platzbedarf (getrennte Warteräume für Säuglinge und stillende Mütter, kranke Kinder, gesunder Kinder welche im Rahmen einer Kontrolluntersuchung die Ordination aufsuchen, Spielecken, Wickelmöglichkeiten, Infektionsraum)", sagt Peter.

Das sagt die ÖGK dazu:

Von Seiten der ÖGK wird der Austritt von Kinderärztin Peter bedauert. "Wir haben nach Lösungen gesucht. Gescheitert ist es letztlich am Angebot an geeigneten, größeren Ordinationsräumlichkeiten in Wiener Neustadt. Dies ist leider ein Problem, von dem wir öfter hören. Wir stehen daher in Kontakt mit dem Gesundheitsministerium, um die sogenannte RRF-Förderungen für Primärversorgungseinheiten auch Allgemeinmedizinern und Kinderfachärzten zu Gute kommen zu lassen, die ihre Ressourcen ausweiten möchten und daher vor Investitionen stehen", teilt die ÖGK auf "Heute"-Anfrage mit.

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