Nachdem sich der Pfarrer der südsteriischen Gemeide St. Veit am Vogau mehrfach abfällig über Homosexuelle und den Islam geäußert hat, hagelt es jetzt Kritik vom steirische Diözesanbischof Egon Kapellari.
Die Diözese verwarnte den südsteirischen Pfarrer Karl Tropper erst jüngst zum wiederholten Mal, weil er im Pfarrblatt seiner Gemeinde gegen Homosexuelle gewettert hatte: In seinem Text war unter anderem von „Homo-Gestörten“ die Rede. In einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ am Freitag legte er noch einmal nach und bezeichnete unter anderem Homosexuelle erneut als „Perverse“: „Wenn man das nicht mehr sagen darf, muss man als Pfarrer in Pension gehen.“ Tropper wird mit 31. August 2013 in den dauernden Ruhestand treten.
Am Montag hat Kapellari noch einmal zu den wiederholten abfälligen Äußerungen Troppers zu Homosexualität und Islam Stellung genommen: "Nach langen Suchungen hat sich die Kirche entschlossen, ihre jetzige Haltung einzunehmen", so Kapellari. Es habe angesichts der Äußerungen Troppers gegolten, eine Grenze zu ziehen: "So geht's nicht".
"Verhetzung im umgangssprachlichen Sinn"
Die Staatsanwaltschaft habe entschieden, dass strafrechtlich gesehen keine Verhetzung vorliege, aber "verhetzt wurde, im umgangssprachlichen Sinn".
Kapellari erklärte, er sei zusammen mit Tropper zum Priester geweiht worden, er habe öfter mit ihm geredet, auch über "solch komplexe Themen". Tropper sehe offenbar nicht ganz ein, dass er in hohem Maße polarisiere. Es gehe nicht darum schönzufärben, sagte der Bischof am Randes eines Pressegesprächs in Graz.
Predigtverbot für Ostern
Aber wenn der Pfarrer von St. Veit am Vogau sage, der Islam sei "das mieseste von allen", dann rede er unqualifiziert und das sei nicht zu akzeptieren. Zum Predigtverbot über Ostern - die Predigten hält Generalvikar Heinrich Schnuderl - sagte der Bischof, man habe damit ein Zeichen gesetzt.
Auf die Frage, wie es nun mit dem Ende August in Pension gehenden Pfarrer weitergehe, sagte Kapellari: "Der Ausgang ist offen, aber so geht es nicht." Bei "Exzessen" werde er, Kapellari, wieder einschreiten , "wenn er es überreizt".