Österreich

Priester zahlte Prostituierter Geld für keinen Sex

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:44

Was macht ein Gottesmann am Strich? Stefan M. (32) hat die Bekanntschaft mit Sexprofi Valerica P. (30) angeblich 401.554 Euro gekostet. Erpressung oder Nächstenliebe? Schluss-Strich vor Gericht.

Beginn einer verhängnisvollen Affäre: "Dieser Mann", erzählte die angeklagte Prostituierte Valerica P. (30) am Mittwoch vor Gericht, "suchte eine Blondine mit großen Brüsten." Sie passte. Und so fanden die beiden am Straßenstrich in Wien-Auhof zusammen: "Aber er wollte für 200 Euro nur reden. Drei Tage später war er wieder da." Bei weiteren Treffen wurden die Adressen besser (Hotel Marriott, Sky Bar) und die Beträge höher: "Er wollte mir raushelfen aus dem Milieu."

Tatsächlich ging die Rumänin Ende 2012 in ihre Heimat zurück. Und dort habe sie ihr Gönner weiter unterstützt (Hausbau, Operation ihres Vaters): "Insgesamt schenkte er mir 70.000 Euro." Stefan M. (32), Priesterseminarist aus vermögender Familie, erzählt eine ganz andere Geschichte: "Sie hat mich in der Lugner City angebettelt und von Problemen erzählt. Ich gab ihr immer wieder Geld, rund 8.000 Euro freiwillig. Aber als ich nicht mehr wollte, begann sie mich zu erpressen, sie würde im Seminar von unserer Bekanntschaft erzählen. Lieber zahlte ich." Laut Anklage 401.554 Euro.

Problem des verhuschten Gottesmannes, der mit Mama zum Prozess kam: Einige große Zahlungen lassen sich nicht beweisen. Denkbar, dass er auch bei anderen gefallenen Mädchen direkt gespendet hat. Und erst 2015 ging er zur Polizei – da erfuhr er, dass Valerica verlobt ist. Deren Anwalt Alexander Philipp zog überdies ein Ass aus dem Ärmel: In Rumänien wurde das Erpressungsverfahren gegen Valerica P. eingestellt – laut EU-Verordnung ein Freibrief. Prozess vertagt – zur Prüfung der Dokumente. 

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