Primärversorgungszentren: Oberhauser nennt Eckdaten

Die Gesundheitsreform geht aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage für "Primärversorgungszentren" momentan nur langsam voran. Das soll sich bald ändern. Am Donnerstagmorgen hat Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser dem Ö1-Morgenjournal die Eckdaten für den Gesetzesentwurf bekanntgegeben.

Die geht aufgrund der fehlenden gesetzlichen Grundlage für "Primärversorgungszentren" momentan nur langsam voran. Das soll sich bald ändern. Am Donnerstagmorgen hat Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser dem Ö1-Morgenjournal die Eckdaten für den Gesetzesentwurf bekanntgegeben.
Oberhauser erklärt, dass mehrere niedergelassene Ärzte in Zukunft mit Therapeuten und Pflegefachkräften in ganztägig geöffneten Versorgungszentren zusammenarbeiten sollen. Das Service soll mehr bieten, als Gruppenpraxen. Das soll Patientenströme von teuren Spitalsambulanzen umlenken. Für Ärzte soll es die Möglichkeit geben, auch Teilzeit zu arbeiten.

Ein Kernteam soll definiert werden, bestehend aus praktischen Ärzten, Ordinationshilfe, und ein diplomierter Gesundheits- und Krankenpflegeberuf. Das Team muss ein detailliertes Konzept vorlegen, um sich zu bewerben. Das Zentrum würde als eine rechtliche Person auftreten.

Knackpunkt Einzelverträge

Der heikelste Punkt im Gesetzesentwurf sei, dass die Sozialversicherung Leistung und Honorierung in Einzelverträgen je Zentrum abschließen soll. Dagegen wehrt sich die Ärztekammer vehement. Man sei am Verhandeln. Langfristig sollen möglichst viele Kassenverträge von niedergelassenen Ärzten durch Primärversorgungszentren ersetzt werden.

Mit Koalitionspartner ÖVP wurde der Entwurf noch nicht abgestimmt. Das Gesetz soll noch Ende des jahres abgeshlossen sein, mit Ende 2016 soll 1 Prozent der Bevölkerung durch Primärversorgungszentren versorgt werden, so das Ziel der Ministerin.

McDonald begrüßt Vorschlag

Peter McDonald, Vorsitzender des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, begrüßt, dass Oberhauser nun "Klarheit für Ärzte und Sozialversicherung schaffen will": "Bessere Vernetzung und ganztägige Erreichbarkeit sind im Interesse der Patienten und Patientinnen ein wichtiger Beitrag zu einer für die Menschen spürbaren Weiterentwicklung im österreichischen Gesundheitswesen."

Und McDonald weiter: "Der Hausärzte-Bereich wird damit gestärkt und es wird in den kommenden Jahren ein ergänzendes Versorgungsangebot im niedergelassenen Bereich geschaffen. Das braucht es, um die Spitalsambulanzen langfristig zu entlasten und die Patientenversorgung weiterzuentwickeln." Für Ärzte und andere Gesundheitsberufe bieten die neuen Versorgungsformen ein breiteres Aufgabenspektrum, Arbeit im Team und die Chance auf Verbesserung der Work-Life-Balance."

Bisher gibt es erst ein einziges Primärversorgungszentrum in Österreich, nämlich in Wien. Die Gesundheitsreform war 2012 zwischen Sozialversicherungen, Ärztekammer und Politikern ausverhandelt worden.

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