Möglicherweise wird der niederländische Prinz Friso (43) nach dem Lawinenunfall in Lech nie wieder aus dem Koma aufwachen. Der Einsatzleiter der Bergrettung widerspricht einem Zeitungsgbericht, dass es beim Einsatz zu einer Panne gekommen sei.
Möglicherweise wird der niederländische Prinz Friso (43) nach dem Lawinenunfall in Lech Der Einsatzleiter der Bergrettung widerspricht nun einem Zeitungsgbericht, dass es beim Einsatz um den Prinzen zu einer Panne gekommen sei.
+++ So verlief das Lawinenunglück +++
Wie die deutsche Zeitung Bild schreibt, soll, als es um Leben und Tod ging, der Akku eines Reanimationsgerätes ausgefallen sein. Die Zeitung: "Mit dem 'AutoPulse'-Gerät sollte Frisos Herz wiederbelebt werden. Während ein Retter den Akku wechselte, musste ein anderer von Hand massieren."
Akku musste ausgetauscht werden
Im Gespräch mit Heute.at bestätigt Matthias Marxgut, Bergretter der Landesleitung Vorarlberg, zwar den Vorfall: "Nachdem ein Herzstillstand festgestellt worden war, wurde der Prinz an das Herzdruckmassagegerät angeschlossen. Doch aufgrund der Kälte war der Akku nach einer gewissen Zeit leer." Laut dem Bergretter sei es aber "völlig normal", dass das Gerät nach einiger seinen Geist aufgibt. "Darum hatten wir ja einen zweiten Akku an Bord, der dann auch zum Einsatz kam", so Marxgut.
Das Gerät, das aus einer brustkorbgroßen Platte besteht, auf der der Herzstillstandspatient mit einem Gurt festgezurrt werde, ersetze die Reanimierung der Patienten nicht, sondern unterstütze lediglich die Herzmassage, die durch Notarzt und Bergrettung durchgeführt wird, betont der Experte. Eine Unterbrechung der Herzmassage dementierte Marxgut also. Das Gerät, das in keinem anderen Bundesland im Heli im Einsatz ist, simuliere durch Druck eine Herzmassage.
Heli stand 3 Minuten entfernt
Aufgrund der hohen Lawinenwarnstufe stand der Rettungsheli zum Zeitpunkt des Unglücks in Zürs bereit - keine vier Minuten vom Unglücksort entfernt. Auch ein Bergretter war an diesem Tag abrufbereit und von Anfang an mit an Bord. 20 Minuten lang brauchte der Heli bis in die Innsbrucker Klinik - für diese Strecke eine "völlig normale Zeit", erklärt Marxgut.
Tadelloser Rettungseinsatz
Insgesamt lobte Marxgut den Rettungseinsatz im Fall Friso: "Die Reanimierung des Prinzen wurde vom Zeitpunkt des Ausgrabens bis zur Ablieferung in der Uniklinik Innsbruck keine Sekunde lang unterbrochen", so der Bergretter. Das wisse er deswegen, weil aufgrund des medialen Interesses der Einsatz im Nachhinein genauestens analysiert wurde.
Keine Sonderbehandlung
Den in Foreneinträgen laut gewordenen Vorwürfen, dass man nur darum 50 Minuten lang reanimiert habe, weil man einen Prinzen vor sich hatte, widersprach Marxgut ebenfalls. "Über die Dauer der Reanimationsmaßnahmen entscheidet immer der Notarzt", sagte der Sprecher. Gerade bei Lawinenopfern, wo durch die Unterkühlung ein Schutz für das Gehirn erhofft werden könne, würden die Maßnahmen häufig sehr lange durchgeführt. Den Rettern sei außerdem zunächst nicht klar gewesen, wer der Verletzte war.
Familie sucht geeignete Reha-Klinik
Prinz Friso bleibt offenbar vorerst auf der Intensivstation der Innsbrucker Universitätsklinik. Am Montag wurde seine Mutter, Königin Beatrix, zu einem Besuch erwartet. Die Klinik selbst verwies auf eine Informationssperre und die niederländische Regierung, die zuständig sei.