Österreich

Private Securities patrouillieren in den U-Bahnen

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:48

Ab Mittwoch sind im Netz der Wiener Linien Mitarbeiter eines privaten Securitydienstes unterwegs. In Zweiertrupps sollen sie vor allem entlang der U4 und der U6 für Recht und Ordnung sorgen, allerdings stehen ihnen mehr Kompetenzen als jedem anderen Fahrgast auch nicht zu.

 

Acht Mitarbeiter und 30 Mitarbeiter der Wiener Linien kommen entlang der U6 mit orangefarbenen Warnwesten ausgestattet zum Einsatz. Sie sind den ganzen Tag im Schichtbetrieb und sollen auf die Hausordnung achten. Im gesamten U-Bahnnetz werden die Gruppen in Zweier-Teams unterwegs sein, den Gästen soll so ein besseres Sicherheitsgefühl gegeben werden.

Die privaten Securities - beauftragt wurde die Österreich-Tochter des schwedischen Unternehmens "Securitas" - haben die gleichen Kompetenzen wie die „Öffi“-Mitarbeiter: Ihre Befugnisse dürften nicht über die anderer Passagiere hinausgehen. Aus diesem Grund werden sie im Netz bereits als "kompetenzlose Hobbysheriffs" bezeichnet.

Ihre Hauptaufgabe soll es werden, den Fahrer über die Notrufsprechstelle im Zug zu informieren, der dann die Informationen an die zentrale U-Bahn-Leitstelle weiterleitet. "Wir werden nicht kriminelle Personen jagen, das ist Kernaufgabe der Polizei“, so die für die Wiener Linien zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Aber: Die Patrouillen werden in den U-Bahn-Zügen präsent sein. 

Keine Hunde im Einsatz

Besonders an der Linie U6 von Westbahnhof bis Neue Donau, der Linie U4 von Landstraße bis Spittelau und der Linie U2 von Schottentor bis Praterstern werden die Mitarbeiter patrouillieren. Hunde werden nicht zum Einsatz kommen. 

Im Fokus stehen Drogen-Dealer 

"Niemand lässt sich gerne beim Dealen zuschauen“, meinte Sima. Sollten strafrechtliche Delikte beobachtet werden, werde umgehend die Polizei alarmiert, hieß es. Bürgermeister Häupl: "Es sollen sich diese kriminellen Drogendealer nicht wohlfühlen in der Stadt. Nirgendwo. Wir wollen sie hier nicht." 

Laut Polizeipräsident Gerhard Pürstl sind täglich bis zu hundert Polizistinnen und Polizisten im Bereich der U-Bahnen im Einsatz, um gegen kriminelle Handlungen, besonders den Drogenhandel, vorzugehen. „Im letzten Halbjahr kam es zu etwa 30.000 Identitätsfeststellungen, 1.800 Festnahmen, 3.500 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz, und insgesamt rund 20 Kilogramm Suchtgift, vor allem Marihuana, wurde sichergestellt“, zog Pürstl am Mittwoch Bilanz. Kosten für die Securities: 50.000 Euro im Monat.
Grund für die Zunahme des Drogenhandels: Die mit Jahresbeginn in Kraft getretene Strafrechtsreform. Die Beamten müssen Dealern seitdem mindestens drei Straftaten nachweisen, damit es als gewerbsmäßiger Handel zählt. Im Juni soll das Gesetz repariert werden, dann könnte der Einsatz der Securities wieder hinfällig sein. 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen