Die eröffneten Privatkonkurse sind im ersten Halbjahr 2018 um 52,51 % gestiegen. Zudem hat sich die Durchschnittsverschuldung auf 138.900 Euro erhöht.
Im ersten Halbjahr 2018 wurden in Wien insgesamt 1.914 Privatkonkurse eröffnet – das entspricht 74 Verfahren pro Woche. Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) entspricht dies im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 einer Steigerung von rund 53 Prozent.
Die Ursache für den enormen Anstieg liegt laut AKV in der Änderung des Privatinsolvenzrechtes per 1. November 2017. Das Abschöpfungsverfahren wurde von sieben auf fünf Jahre verkurzt, die zehnprozentige Mindestquote abgeschafft. Dies hat einen regelrechten Ansturm auf die Privatinsolvenz-Gerichte ausgelöst.
Durchschnitts-Verschuldung liegt bei 138.900 Euro
Neben den Verfahren haben sich auch die Passiva von insgesamt 111,05 Millionen Euro auf 265,93 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Durchschnittsverschuldung lag pro eröffnetem Privatkonkurs bei 138.900 Euro, bei männlichen Schuldnern im Schnitt bei 172.300 Euro, bei Frauen im Schnitt bei 83.000 Euro.
Der größte Privatkonkurs in Wien ist jener von Christian Kahle mit Verbindlichkeiten in Höhe von rund 39,6 Millionen Euro.
Neben den Privatinsolvenzen stiegen in der Bundeshauptstadt auch die Firmenkonkurse von 516 auf 550 Verfahren (+ 6,58 %). Österreichweit gingen die eröffneten Firmeninsolvenzen hingegen um 1,05 % zuruck. Die Anzahl der betroffenen Dienstnehmer von insolventen Unternehmen in Wien ist 2018 um 17,92% auf 2.286 Fälle gesunken. Die meisten Dienstnehmer beschäftigten die Metro Taxi GmbH (315) und die Marina Personalservice GmbH (205).
(cz)