"Problembär" schlägt in Kärnten zu und reißt Schafe

Mahlzeit! Der Bär lässt es sich offensichtlich schmecken.
Mahlzeit! Der Bär lässt es sich offensichtlich schmecken.Screenshot
Bärenalarm in Kärnten: Nicht nur die Bewohner machen sich Sorgen, sondern vor allem auch die Bauern, deren Schafe den Bären zum Opfer fallen.

Wildtier- Attacken auf Schafe in Kärnten sind keine Seltenheit mehr. Zumeist sind es Wölfe, die die Tiere der Bauern reißen, nun aber auch immer öfter Bären. Auch am vergangenen Wochenende hat ein Bär wieder einmal zugeschlagen und sich den Magen vollgeschlagen. In der Nacht von Freitag auf Samstag tappte ein hungriger Bär auf der Feistritzer Alm im Gailtal in eine Video-Falle. Jene wurde aufgestellt von Bürgermeister Dieter Mörtl.

An und für sich ist es nicht besonders ungewöhnlich, dass es dort zu Sichtungen von Bären kommt, Kärnten ist immerhin das einzige Bundesland, in dem das bis zu 250 Kilo schwere Raubtier noch aktiv ist.

Sorge der Menschen wächst

Problematisch ist hingegen, dass die Tiere in letzter Zeit ihre Tatzen nicht von den Schafen lassen können. Mehrere gerissene Schafe sorgen nun für Verunsicherung unter den Bauern auf der Feistritzer Alm.

Die Angst der Bewohner und Wanderer wird mit jeder Bären-Attacke größer. Experten erklären aber, dass die Sorge der Menschen unbegründet sei. Bären sind eher vorsichtig und meiden die Konfrontation mit Menschen. Sollte es aber dennoch passieren, dass man auf einen Bär trifft, rät der Experte dazu, ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen. Stattdessen sollte man sich langsam und ruhig von dem Tier entfernen.

Kärntens Winnie Puuh

Auch Mitte August machte ein Bär in Kärnten auf sich aufmerksam. Dieses Mal aber nicht wegen eines Angriffs auf Schafe. Dem Braunbär im Raum Dellach/Egg war wohl nach etwas Süßem. Das Leckermäulchen (oder doch eher Leckermaul) bediente sich am Honig aus gleich drei Bienenhütten eines Imkers.

Die Bienenhütte des Imkers steht in unmittelbarer Nähe zu seinem Wohnhaus. Sein Sohn hörte gegen drei Uhr nachts Geräusche. Als man dem am folgenden Tag auf die Spur ging, stellte sich heraus: ein Bär hatte ihnen einen Besuch abgestattet. Deutliche Spuren im Gras führten nämlich den Hang hinunter Richtung Gail.

Auch ein weiterer Imker ist betroffen. In seinem Fall hat ein Bär mehrere Zuchtkästen mit Reinzucht-Königinnen für die Carnica-Bienen zerlegt. “Ich wollte die Kästen demnächst zur Belegstelle auf die untere Valentin-Alm im Plöckengebiet bringen, doch die mühevolle Aufzucht-Arbeit ist nun zerstört.“

DNA-Spuren sollen den Bär identifizieren

Roman Kirnbauer, Wildbiologe und Amtssachverständiger der Kärntner Landesregierung, sammelte DNA-Spuren (Haare) vom Bär. "Diese werden nach Wien zur genetischen Analyse weitergeleitet. Der Bär kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Slowenien. Es könnte auch der Gleiche sein, der auf den Almen im Oisternig- und Poludnig-Gebiet ständig Schafe reißt. Der Bär interessiert sich nicht primär für den Honig, sondern für die stark eiweißhaltige Brut. Jetzt ist eine günstige Zeit dafür, weil die Bienen noch brüten", erklärt Kirnbauer.

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