Ein Mühlviertler, der Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) mit der Post eine Morddrohung geschickt hatte, ist am Freitag in Linz zu drei Monaten Haft verurteilt worden.
Ein Mühlviertler, der Niederösterreichs (ÖVP) mit der Post eine Morddrohung geschickt hatte, ist am Freitag in Linz zu drei Monaten Haft verurteilt worden.
Der 60 jährige Briefschreiber zeigt sich geständig. Es tue ihm leid, betonte der Angeklagte. Er habe sich über verschiedene Medienberichte geärgert und dann nach einem Zeitungskommentar mit dem Titel "der Verführer" über Landeshauptmann Pröll den Brief verfasst.
Der Anwalt des 60-Jährigen wies in der Verhandlung auf die jahrelange psychische Erkrankung des Angeklagten hin. Sein Mandant hätte sich schriftlich beim Landeshauptmann entschuldigt und eine freiwillige Therapie angetreten.
Die Richterin hat ihr Urteil, drei Monate bedingte Haft, als "unterstes Ausmaß" bezeichnet. Sie begründete das Urteil damit, dass der Angeklagte reuig sei und unbescholten, zudem stehe die Tat im Widerspruch zu seinem bisherigen Leben. Der Verteidiger hat das Urteil angenommen, die Staatsanwaltschaft hat noch keine Erklärung abgegeben.
In dem Brief war zu lesen, dass er "seine Schlachtung so vorbereiten werde, dass Pröll nicht lange leiden müsse".
Der Schock bei Erwin Pröll saß im ersten Moment tief. In 36 Jahren im öffentlichen Leben habe er aber mit solchen Dingen zu leben gelernt, ließ er wissen. Grund für den Brief waren Medienberichte über Niederösterreichs Landeshauptmann, auch ein Kommentar einer Tageszeitung war beigefügt.