Pröll und Mensdorff wegen Tierquälerei angezeigt

Der Verein gegen Tierfabriken hat den niederösterreichischen Landesjägermeister Josef Pröll, seinen Vorgänger Christian Konrad, den Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly und den Generalsekretär der Jagdverbände wegen Tierquälerei angezeigt. Sie sollen bei einer Gatterjagd Wildschweine gequält haben. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Wien ihren Vorhabensbericht fertig.

Der hat den niederösterreichischen Landesjägermeister Josef Pröll, seinen Vorgänger Christian Konrad, den Waffenlobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly und den Generalsekretär der Jagdverbände wegen Tierquälerei angezeigt. Sie sollen bei einer Gatterjagd Wildschweine gequält haben. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Wien ihren Vorhabensbericht fertig.

Laut Ö1 geht es um eine Gatterjagd bei Kaumberg im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich - und zwar am 23. November des Vorjahrs. Die Wildschweine würden dabei in einem Gatter eingesperrt, gemästet und dann von Jägern abgeschossen, so , der die Anzeige erstattet hat. Die Tiere würden im Kreis an den Jägern vorbeigetrieben, "die schießen wild in die Herde hinein und treffen die Tiere nicht richtig, weil man da nicht die einzelnen Tiere sieht."

Verenden an ihren Verletzungen

Laut Balluch dauere dieses Procedere Stunden, und es sei wie im Krieg. Allein bei dieser Jagd seien 93 Wildschweine abgeschossen und am nächsten Tag noch 60 angeschossene Tiere gefunden worden. Und ein Nachbar habe noch einen Monat später ein angeschossenes Schwein gesehen - "kein Wunder, wenn man so auf die Schweine schießt." Mit Jagd habe das nichts mehr zu tun, kritisiert der Verein gegen Tierfabriken.

Lebersorger war nicht dabei

Der Generalsekretär der Landesjagdverbände, Peter Lebersorger, ist empört, er habe an dieser Jagd gar nicht teilgenommen. In dem Akt gebe es auch nichts als die Anzeige des Vereins, er könne dazu nichts sagen, er komme in diesen Akt "wie die Jungfrau zum Kind." Verboten ist die Gatterjagd in Niederösterreich jedenfalls nicht.

Disziplinaranzeige vom Tisch

Dennoch hat ein benachbarter Revierjäger gegen Ex-Vizekanzler Pröll Disziplinaranzeige beim Landesjagdverband erstattet. Pröll hat den Vorwurf, ebenso wie die anderen Angezeigten, stets zurückgewiesen. Die Disziplinaranzeige ist mittlerweile vom Tisch. Der Disziplinaranwalt hat festgestellt, dass kein Delikt vorliegt, und das Verfahren eingestellt.

Die Anzeige durch den VgT ist aber noch nicht in der Schublade. Hier hat das Justizministerium das letzte Wort, es entscheidet über den Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft.

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