Österreich

Prominenter Industrieller verlor 2,3 Mio. Euro an Ak...

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:23

Ein Kärntner Pensionist ist einer internationalen Betrügerbande aufgesessen und zahlte über zehn Jahre hinweg 2,3 Millionen Euro. Die Polizei ermittelt nun.

Der wohlhabende Mann hatte 2006 Wertpapiere um 1,8 Millionen Euro gekauft, obwohl er stets nur Kontakt per Telefon und Fax mit den vermeintlichen Aktienhändlern hatte. Sie schickten ihm immer wieder zahlreiche "Hochglanzbroschüren und farbenprächtige Wertpapiere", wie Chefinspektor Franz Truschner von der Polizei erklärte. Dies habe den Kärntner überzeugt, die Entwicklung der Aktien nicht weiter zu verfolgen. Offenbar haben die Betrüger ihr Opfer gezielt ausgesucht, da es sich um einen bekannten Industriellen handelt.

Dank der Gutgläubigkeit des Mannes lockten ihm die Betrüger in den nächsten Jahren immer mehr Geld aus der Tasche: 2014 meldete sich eine angebliche Vermittlerfirma aus Tokio, die vorgab, Interesse an den Aktien zu haben. Gleichzeitig schwatzten sie dem Kärntner weitere Aktien um mehrere 10.000 Euro auf, die er auf eine philippinische Bank überwies.

Immer mehr Versuche seit 2016

Anfang des Jahres rief ein vermeintlicher Vermittler aus Irland an und wollte dem Mann alle seine Aktien im Wert für drei Millionen Euro abkaufen. Da der Käufer in England säße würde der Deal aus steuerlichen Gründen über Irland abgewickelt, der Pensionist müsse dafür aber Gebühren auf ein tschechischen Konto überweisen. Er tat dies, erhielt aber bis heute kein Geld im Gegenzug.

Um die selbe Zeit herum bekam der Kärntner einen angeblichen Gerichtsbeschluss vom nicht existenten "Federal Court Distric of Iowa": Ihm würde eine Rückerstattung über mehrere Hunderttausend US-Dollar zustehen, allerdings müsse er zuerst 9.000 Euro für Gebühren überweisen. "Dies kam ihm dann zum ersten Mal etwas seltsam vor und er fragte seinen Bankberater," so Truschner. Der hatte ihm von einer Überweisung abgeraten.

Gefälschte Bankgarantie

Erst als sich Mitte des Jahres ein "Consolidations Committee" aus Japan mit der Behauptung meldete, man halte mehrere Hunderttausend Euro in seinem Namen, er aber Gebühren überweisen müsse, alarmierte der Mann die Polizei. Denn eine Garantie der philippinischen Nationalbank stellte sich als Fälschung heraus.

Laut Chefinspektor Truschner sei es unwahrscheinlich, dass der Kärntner sein Geld je wiedersehen wird: "Die Betrüger agieren sehr professionell und verschleierten ihre Spuren durch die vielen internationalen Bankverbindungen geschickt." Interpol hilft daher nun bei den Ermittlungen.

Jörg Michner

 

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