Protest-Picknick für U-Bahn-Lift am Stephansplatz

Lange Warteschlangen und kein Ende in Sicht: Zur U-Bahn-Station am Stephansplatz gibt es nur einen Lift - die Wiener Linien wollen aus Kostengründen keinen zweiten bauen. Am Dienstag fand ein Protest-Picknick statt.

Wer den Lift zur U-Bahn-Station Stephansplatz benutzen möchte, braucht einen langen Atem. Denn täglich kommt es zu langen Warteschlangen vor dem Aufzug beim Haas-Haus. Außerdem ist er viel zu klein, nur ein Rollstuhlfahrer oder eine Person mit Kinderwagen hat darin Platz, klagen die Betroffenen. "Und wenn der Lift ausfällt, ist die Station gar nicht barrierefrei zu erreichen", kritisiert Cornelia Scheurer vom Verein BIZEP, im ORF-Interview.

Deswegen veranstaltete der Verein am Dienstag ein "Warteschlangen-Protest-Picknick" auf dem Stephansplatz. 80 Aktivisten kamen und demonstrierten für einen zweiten Lift, als Zeichen malten sie dabei den geforderten Aufzug in der Goldschmiedgasse mit Kreide auf den Boden. 

 
Volksanwalt pocht auf Lift

Das Lift-Problem an der meist frequentierten U-Bahn-Station Wiens beschäftigt auch die Volksanwaltschaft. Günter Kräuter, SPÖ-Volksanwalt, hat ein amtliches Prüfungsverfahren eingeleitet. Bei einer Pressekonferenz fordert er einen zweiten Lift, denn die Station ist nicht ausreichend barrierefrei. Aber nicht nur beeinträchtigte oder älter Menschen würden den Aufzug benützen, sondern auch Mütter mit Kinderwägen oder Besucher mit Gepäck.

Wenn es nicht bald Nachbesserungen gibt, dann würde das auf einen Missstand hinauslaufen. Auch der Behindertenanwalt des Sozialministeriums meldete sich zu Wort: "Der Bau eines zweiten Liftes sei gesetzlich geboten." 

Lift ist zu teuer

Im Zuge der Sanierungsarbeiten hätte ein zweiter Lift bereits errichtet werden sollen, doch die Kosten waren einfach zu hoch. Die zwei Millionen Euro hätten die Wiener Linien alleine tragen müssen. Michael Unger, Sprecher der Wiener Linien, sagte gegenüber orf.at: "Wir sehen im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Relation keinen Bedarf. Denn die Station ist mit dem einen Lift barrierefrei erreichbar." Außerdem würden viele Personen den Aufzug benützen, die es gar nicht nötig hätten und eigentlich auch die Rolltreppe nutzen könnten. 

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