Proteste – Mutter mit 3 Kindern wird aus NÖ abgeschoben

Das kleine Mädchen aus Eichgraben (NÖ) soll abgeschoben werden.
Das kleine Mädchen aus Eichgraben (NÖ) soll abgeschoben werden.Florian Klenk
Wie jetzt bekannt wurde, wird eine Familie aus einer kleinen Gemeinde in Niederösterreich abgeschoben. Doch die Bewohner stellen sich dagegen.

Hochemotionaler Abschiebefall in Niederösterreich. Am Höhepunkt der Corona-Pandemie soll eine Familie nach Osteuropa ausgeflogen werden. Diese Familie aus Georgien (gilt als sicheres Herkunftsland) lebt seit einigen Jahren in der kleinen Marktgemeinde Eichgraben. Bereits 2015 flüchtete die alleinerziehende Mutter mit ihren drei Kindern nach Österreich. Fünf Jahre lang lebte die Frau nun mit ihren beiden Töchtern und ihrem Sohn in Niederösterreich.

Die Kinder selbst gehen zur Schule und sprechen laut "Falter"-Chef Florian Klenk, der die Story in den sozialen Netzwerken öffentlich machte, perfekt Deutsch – der Bub besucht die HTL und träumt von einem Job als Informatiker. Doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft dürfte sich nun in Luft auflösen, denn die Familie soll in wenigen Tagen abgeschoben werden. Am Dienstag waren, dies berichtet Klenk, fünf Polizisten in Eichgraben, um die Mutter mit ihren Kindern abzuholen. Der Einsatz blieb allerdings erfolglos, denn die Familie war nicht aufzufinden. 

"Ausgerechnet dort, wo eine grüne Nationalratsabgeordnete im Gemeinderat sitzt, Elisabeth Götze, greift die Fremdenbehörde besonders hart durch, obwohl fast alle Politiker, Lehrer, Kirchenleute hier um Gnade vor Recht gebeten haben", schreibt Florian Klenk auf Facebook. Die Eichgrabner sollen nun Protestmaßnahmen vorbereiten. Wie die Geschichte der Familie ausgehen wird, bleibt also noch ungewiss. 

Gericht urteilte über Abschiebung

Wie "Heute" in Erfahrung bringen konnte, wurde der Asyl-Antrag in letzter Instanz vom Bundesverwaltungsgericht negativ entschieden. Die Fremdenpolizei sieht es als ihren Auftrag, die Gesetze zu vollziehen, um sich auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit zu bewegen. Ob am Höhepunkt der Corona-Pandemie doch noch humanitäres Bleiberecht gewährt wird, werden die nächsten Tage zeigen. Gespräche laufen.

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