Demo gegen Karfreitags-Regelung angekündigt

Der heutige Karfreitag wird zum Protesttag. Mitglieder der evangelischen und altkatholischen Kirchen rufen zur Demo in der Wiener Innenstadt auf.
Der Karfreitag ist heute erstmals kein offizieller Feiertag mehr. Allein in Wien sind davon rund 50.000 Gläubige betroffen. Vertreter und Gläubige der betroffenen Religionsgemeinschaften versammeln sich heute Mittag vor der Reformierten Stadtkirche in der Dorotheergasse im ersten Bezirk.

Matthias Geist, Superintendent der evangelischen Kirche, zeigt sich von der Regierung enttäuscht, aber in der Sache kämpferisch. Die Regierung habe den Erwartungen der evangelischen Kirche nicht entsprochen. Gegen die neue Regelung solle daher heute ein "öffentliches Zeichen" gesetzt werden.

In einem nächsten Schritt kündigte Geist auch einen Gang vor Gericht an: "Wir wollen definitiv auch klagen und erhoffen uns dadurch, dass eine Beurteilung darüber geben wird, wie weit unser Minderheitenschutz gewährleistet bleibt", sagte Geist gegenüber dem Ö1-Morgenjournal.

Worum geht es: Der Karfreitag darf nicht allein ein Feiertag für Angehörige bestimmter Religionsgruppen, wie das in Österreich bislang der Fall war, sein. So hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden.

Die Regierung musste deshalb im Sinne der Gleichbehandlung eine neue rechtskonforme Lösung finden. Wohingegen zuerst vorgeschlagen wurde, einen "halben Feiertag" ab 14 Uhr zu geben, wurde nun eine neue Regelung vorgelegt: Der Feiertag wird gestrichen. Stattdessen soll es einen Rechtsanspruch auf einen "persönlichen Feiertag" geben, der aber aus dem bestehenden Urlaubsanspruch bestritten werden muss.
Geist benennt auch eine Zwickmühle. Kommen viele Menschen zur Kundgebung, könnte das als geringe Änderung zum Status Quo ausgelegt werden – viele Menschen hätten Werktags frei. Ein geringer Zuspruch würde eine geringe Wertigkeit zum Ausdruck bringen.

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Auch außerhalb der Bundeshauptstadt soll es Protestaktionen geben. In ganz Österreich sollen in 20 Kirchen die Glocken für eine halbe Stunde läuten. Ein drastisches Zeichen setzten laut APA-Informationen Kirchenvertreter in Vöcklabruck. Hier wurde eigens ein Partezettel für den Karfreitag ("gestorben am 27. Februar 2019") ausgelegt.

(mr)

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