Am Donnerstag stehen fünf Jugendliche vor dem Wiener Straflandesgericht, weil sie sich laut Anklage dem IS anschließen wollten. Ein Angeklagter soll sogar versucht haben, jüngere Buben als Kämpfer anzuwerben. Der Prozess findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.
Die Jugendlichen zwischen 15 und 17 Jahren wohnen alle in Simmering. Zwei sind gebürtige Österreicher, die anderen stammen aus der Türkei, Afghanistan und Tschetschenien. Sie gehen zur Schule oder sind arbeitslos.
Ihnen wird die Mitwirkung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Sie sollen andere Jugendliche mittels Drohungen eingeschüchtert haben, ein Angeklagter versuchte sogar, jüngere Buben zu rekrutieren. Der Prozess soll drei Tage lang dauern, Urteile sind für 19. Oktober geplant.
Ein 16-Jähriger hatte sich bereits im Mai auf den Weg nach Syrien gemacht. Er wollte von der türkischen Stadt Gaziantep aus die Grenze überschreiten, seine Reise endete aber bereits an der bulgarischen Grenze und er wurde zurück nach Österreich geschoben. Nach kurzer U-Haft wurde er auf freien Fuß gesetzt. Das nütze er, um Werbung für den IS zu machen und jüngere Buben als Kämpfer anzuwerben.
Drei weitere Jugendliche verfolgten konkrete Ausreisepläne nach Syrien. Sie wollten am 13. Juni von Wien aus aufbrechen, wurden aber daran gehindert. In einem Fall weigerte sich ein Vater, seinem Sohn den Pass zu geben. Der Jugendliche ging mit einem Schraubenzieher auf ihn los und verpasste ihm einen Kopfstoß. Auch bei seiner Festnahme setzte er sich zur Wehr.