Österreich

Prozess gegen 14-jähriges Vergewaltigungsopfer

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:37

Unter regem Medieninteresse ist am Montag der Raubprozess gegen jenen Burschen eröffnet worden, der vor einem Jahr als 14-Jähriger im Gefängnis vergewaltigt worden ist. Der Fall hatte im vergangenen Sommer für heftige Diskussionen um den Jugendstrafvollzug gesorgt.

ist. Der Fall hatte im vergangenen Sommer für heftige Diskussionen um den Jugendstrafvollzug gesorgt.

Der Prozess ist noch am Vormittag auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Ein Gutachten soll beurteilen, ob der mittlerweile 15-Jährige überhaupt verhandlungsfähig ist. Dem Burschen, der mit seiner Mutter vor Gericht erschien, ging es laut seiner Anwältin in der Verhandlung immer schlechter. Daraufhin wurde von der Richterin zwecks Einholung des Gutachtens vertagt.

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Gabriele Wörgötter, die der Verhandlung beiwohnte, hat den Burschen schon einmal in Augenschein genommen, nachdem von der Jugendgerichtshilfe eine verminderte Reife des Beschuldigten festgestellt wurde. Aufgrund ihres Gutachtens wurde der 14-Jährige enthaftet. Trotz der Einschätzung Wörgötters hielt die Staatsanwaltschaft an der Anklage wegen versuchten Raubes fest.

Vergewaltigung im Knast

Der Fall hat eine heftige Diskussion rund um den Jugendstrafvollzug ausgelöst. Der Bursche war Ende April 2013 mit zwei Komplizen nach einem versuchten Raub festgenommen und in der Haft von einem älteren Jugendlichen vergewaltigt worden. Er soll mit zwei älteren Jugendlichen und einem noch strafunmündigen Burschen auf offener Straße versucht haben, einem älteren Mann das Mobiltelefon abzunehmen. Die drei strafmündigen Burschen - die Altersgrenze ist ab Vollendung des 14. Lebensjahres gegeben - wanderten daraufhin in U-Haft. Nur ein paar Tage später wurde der 14-Jährige dort missbraucht.

Am Prozess gegen seine Komplizen konnte der mittlerweile 15-jährige Bursche aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Seine Peiniger wurden Anfang April wegen Misshandlung und Vergewaltigung schuldig gesprochen.

Empörung über Karl-Sager

Der Fall hat der damaligen Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) herbe Kritik eingetragen. Sie richtete dem 14-Jährigen in einer ersten Reaktion auf die erlittene Misshandlung aus, der Strafvollzug wäre "kein Paradies" und schloss eine Entschädigungsmöglichkeit für den Burschen aus. Erst Tage später ruderte Karl zurück und setzte eine Task Force ein, die in die Wege leitete.

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