Prozess gegen Anwalt, der in Unterhose verteidigte

Jenem Rechtsanwalt, der im April des vergangenen Jahres zur Verteidigung seines Mandanten seine Hose vor Polizeibeamtinnen fallen ließ, droht eine Strafe.

Der Jurist muss sich noch im Frühjahr einem Disziplinarverfahren seiner Standesvertretung stellen, berichtete die Tiroler Tageszeitung. Bei der Tiroler Rechtsanwaltskammer war in dieser Causa vorerst niemand erreichbar. Der Rechtsanwalt habe am 20. April auf der Polizeiinspektion in Mayrhofen im Zillertal (Bezirk Schwaz) versucht, die Vergewaltigungsvorwürfe gegen seinen Mandanten zu entkräften.

Seiner Meinung nach seien die vom Opfer geschilderten Bewegungsabläufe mit einer Hose in Kniehöhe nicht möglich gewesen. In Anwesenheit zweier Ermittlerinnen des Landeskriminalamtes sei er deshalb zur Tat geschritten und habe sich mit entblößter Feinripp-Unterhose auf den Schreibtisch gesetzt.

Strategie ging auf

Die Strategie dürfte jedenfalls aufgegangen sein. Denn die Anklagebehörde habe das Verfahren laut dem Juristen wegen des Verdachts der Vergewaltigung eingestellt. Im Falle einer Verurteilung durch die Rechtsanwaltskammer dürfte dem Unterländer eine Geldstrafe blühen. "Es stellt sich die Frage, ob das Standesansehen das Recht des Mandanten auf eine möglichst effiziente Verteidigung überwiegt", sagte der Anwalt.

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