Bereits vor zehn Jahren begann der ehemalige Hausverwalter, Gelder von Kunden auf sein eigenes Konto zu transferieren. Der 52-Jährige hatte Zugriff auf 421 Konten, auf die Mieten oder Rücklagen eingezahlt wurden.
Nachdem eine große Modefirma einen Mietvertrag gekündigt hatte, kam der Betrieb des 52-Jährigen ins Trudeln. Er begann sich Geld von Kundenkonten "auszuborgen", wie er meinte. "Der Griff in die Kassa war wie eine Droge für mich." Mit dem Geld finanzierte er ein Start-Up, um eine App zu entwickeln.
Um die Geldflüsse zu verschleiern soll der Wiener auch Kontobewegungen manipuliert haben. Eine Buchhalterin kam dem Ex-Hausverwalter bereits 2014 auf die Schliche. Als sich der 52-Jährige 2019 auf Urlaub befand, forderte die Frau angeblich die Original-Kontoauszüge von der Bank an – der Schwindel flog auf.
Der 52-Jährige erstattete daraufhin Selbstanzeige, meldete Konkurs an. Laut Staatsanwaltschaft zweigte der Mann insgesamt neun Millionen Euro ab, vier zahlte er wieder zurück. Der Schaden beträgt nun fünf Millionen Euro. Der Mann wurde Mittwoch am Wiener Landesgericht von einem Schöffensenat zu vier Jahren Haft verurteilt – das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung.