Weil er seine Ex-Frau im April 2014 brutal ermordete musste sich ein Obersteirer lebenslang hinter Gitter. Das entschied ein Geschworenengericht am Dienstag in Leoben. Er hatte die Frau zuerst mit einem Nudelwalker geschlagen und anschließend mit einem Schuhband erdrosselt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Als Motiv für die Bluttat gab der 51-Jährige an, er habe von ihren dauernden Nörgeleien genug gehabt. "Ich wollte, dass sie still ist", so der Angeklagte. Bei der Verhandlung konnte er sich laut eigener Aussage nur noch ganz schwach an die Tat erinnern, gab jedoch an, er habe seine Ex-Frau nach einem Streit aber "nur erschrecken" wollen.
Mord nach Streit um Ausmalen
Der 51-Jährige und sein späteres Opfer hatten 2009 geheiratet, sich aber schon nach einem Jahr wieder scheiden lassen. Trotzdem blieb das Paar zusammen, obwohl es dauernd Streit gab, wie der Beschuldigte schilderte.
Grund für die Auseinandersetzung am 24. April 2014 war nach den Angaben des Mannes, dass er die Wohnung nicht ausgemalt hatte, wie es vereinbart gewesen war. Beide Partner waren alkoholisiert, stritten eine Weile, dann ging die Frau ins Schlafzimmer.
Schlug so heftig zu, dass Griff abbrach
Ihr Ex-Mann holte aus der Küche den Nudelwalker und schlug ihr damit immer wieder so wuchtig auf den Kopf, "dass beide Griffe des Nudelholzes abbrachen", schilderte Staatsanwalt Daniel Weinberger. Dann holte der Mann Kabelbinder und band ihre Füße zusammen. Er verklebte ihr den Mund, schließlich nahm er ein Schuhband und erdrosselte sie.
Er säuberte anschießend die Wohnung und rief erst Stunden später die Rettung. Zunächst gab er an, er habe die 52-Jährige leblos vorgefunden, als er vom Spaziergang mit dem Hund zurückgekommen war. Bei der Polizei erklärte er schließlich, er habe "eine große Wut" auf das Opfer gehabt.