Ein 21-Jähriger soll einem Beamten in den Rücken gesprungen sein, doch in einem Bericht der Polizei war davon keine Rede. Heute geht der Prozess weiter.
Der Fall ist voll von Widersprüchen: Darko T. (21) soll es am 26. Februar in der Nordwestbahnstraße in Wien-Brigittenau einem Beamten mit gestreckten Beinen in den Rücken gesprungen sein. Der 21-Jährige muss sich heute erneut wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung vor dem Richter verantworten. Der Prozess war Anfang April vertagt worden.
Auf einem Handyvideo ist zwar die Amtshandlung der Polizei vor dem Club Viva zu sehen – doch von Fußtritten gab es keine Spur. Im Abschlussbericht der Polizei war noch die Rede davon, dass sich der Beamte selbst durch einen Sturz verletzt hatte. In einem Amtsvermerk kurz nach dem Einsatz stand, der Beamte habe sich gar nicht verletzt.
Der Angeklagte erhob schon am ersten Verhandlungstag schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Er habe seinem Cousin lediglich „Nothilfe" leisten wollen, sagt er, weil dieser von mehreren Polizeibeamten misshandelt worden sei. Auslöser war ein Streit mit einem Taxilenker, der von der Polizei beobachtet wurde.
Er habe das Einvernahmeprotokoll mit dem Tathergang nur deshalb unterschrieben, weil er unter Druck gesetzt worden sei. Die Anklage stimme "zu hundert Prozent nicht".
Das angebliche Opfer blieb bei seiner Version. Eine Beamtin sagte im Zeugenstand aus, sie habe die Tat "aus den Augenwinkeln" wargenommen. Heute soll es ein Urteil geben. (pet)